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Microblogs global

Eine internationale Studie zu Twitter & Co. aus der Perspektive von zehn Sprachen und elf Ländern

Series:

Torsten Siever and Peter Schlobinski

Microblogs haben große Bedeutung neben klassischen Weblogs und Social-Networking-Plattformen wie Facebook erlangt und werden längst auch in traditionellen Medien zitiert. In diesem Band werden Mikrotexte – vorwiegend von Twitter.com – hinsichtlich sprachlicher und kommunikativer Merkmale analysiert; fünfzehn Autorinnen und Autoren untersuchen in zehn europäischen und außereuropäischen Sprachen verfasste kurze Postings. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Analyserasters werden dabei sowohl sprachunabhängige Eigenschaften von Microblogs als auch sprachspezifische Merkmale deutlich. Untersucht wurden u. a. die Orthografie, Mündlichkeitsmerkmale, sprachökonomische, syntaktische und lexikalische Aspekte sowie die Funktionen der Mikrotexte. Zu jeder Sprache liegt eine Ergebnistabelle vor.

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4 Microblogs global: Französisch

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Das Französische ist für ca. 200 Millionen Menschen weltweit Bildungs- und Verkehrsprache; für 110 Millionen Sprecher ist es die Muttersprache. Es nimmt auf der Rangliste der am häufigsten gesprochenen Sprachen somit Platz 11 ein (Crystal 1997: 288) und wird nicht nur in Frankreich gesprochen, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas und der Welt (z. B. DOM/ TOM1). Das Französische als Standardsprache ist (historisch) durch eine star- ke Orientierung an den strengen präskriptiven Normen der Distanzsprache gekennzeichnet. Diese starke Normierung führt bereits im 19. Jh. zur massi- ven Schwächung der diatopischen Varietäten, ja sogar zur Entdialektalisierung. Auch im heutigen Französisch ist die Varietätendimension im Vergleich zu anderen Sprachen schwächer ausgeprägt (Oesterreicher 1995: 10f.). Die Orien- tierung an der Distanzsprache führt nicht zuletzt zu einer Kluft zwischen ge- sprochenem und geschriebenem Französisch. So weist Blanche-Benveniste da- rauf hin, dass das umfassende Inventar an Flexionsformen in der französischen Schriftsprache zwar graphisch realisiert werden müsse, in der Mündlichkeit artikulatorisch jedoch zumeist keinen Niederschlag finde.2 (Blanche-Benve- niste 2000: 137). Die Wahrnehmung der Orthographie durch die frankopho- nen Sprecher stellt Meisenburg (2003: 173) mit folgenden Worten dar: »(Sie) hat keinen guten Ruf: sie gilt als kompliziert, unregelmäßig, schwer«. Dies ist hauptsächlich auf den tiefgreifenden phonetischen Wandel zurückzuführen, welchen die französische Sprache in ihrer Diachronie durchgemacht hat: wäh- rend die Aussprache sich veränderte, wurden die alten Graphien beibehalten. So werden...

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