Show Less

Microblogs global

Eine internationale Studie zu Twitter & Co. aus der Perspektive von zehn Sprachen und elf Ländern

Series:

Edited By Torsten Siever and Peter Schlobinski

Microblogs haben große Bedeutung neben klassischen Weblogs und Social-Networking-Plattformen wie Facebook erlangt und werden längst auch in traditionellen Medien zitiert. In diesem Band werden Mikrotexte – vorwiegend von Twitter.com – hinsichtlich sprachlicher und kommunikativer Merkmale analysiert; fünfzehn Autorinnen und Autoren untersuchen in zehn europäischen und außereuropäischen Sprachen verfasste kurze Postings. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Analyserasters werden dabei sowohl sprachunabhängige Eigenschaften von Microblogs als auch sprachspezifische Merkmale deutlich. Untersucht wurden u. a. die Orthografie, Mündlichkeitsmerkmale, sprachökonomische, syntaktische und lexikalische Aspekte sowie die Funktionen der Mikrotexte. Zu jeder Sprache liegt eine Ergebnistabelle vor.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Microblogs global: Italienisch

Extract

Italienisch gehört zum romanischen Zweig der indogermanischen Sprachen und stammt vom Lateinischen ab, das als Amts- und Schriftsprache und als Sprache der Kirche auch nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches bestehen blieb. Gesprochen wurde allerdings das vom schriftlichen Standard abweichende Vulgärlatein, aus dem sich dann so langsam die romanischen Einzelsprachen entwickelten. Als sich im 13. Jahrhundert eine eigenständi- ge italienische Literatur zu formieren begann, überwanden die Schriftsteller mit einem überregionalen Standard die Sprachdifferenzen zwischen den zahl- reichen Dialekten. Entscheidend wirkten hier die tre corone (drei Kronen) der italienischen Literatur: Dante Alighieri, Francesco Petrarca und Giovanni Bo- caccio. Doch erst als am 17. März 1861 das Königreich von Italien proklamiert und damit der italienische Einheitsstaat gegründet wurde, erfolgte auch eine sprachliche Vereinheitlichung. Durchsetzen konnte sich schließlich der floren- tinische Dialekt. Lange Zeit blieb das Italienische eine Schriftsprache, wäh- rend die Mehrheit der Bevölkerung einen der Dialekte sprach, die sich nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches ausgebildet hatten und die noch heute vereinzelt und in bestimmten Kommunikationssituationen verwendet werden (D‘Achille 2003: 23). Erst infolge verschiedener Ereignisse wie z. B. »la progressiva alfabetizzazione legata all’obbligo scolastico, l’emigrazione esterna e interna, l’urbanizzazione, le mutate condizioni sociali, economiche e culturali della popolazione, i più forti contatti dei cittadini con gli apparati amministrativi statali (l’esercito, la burocrazia, ecc.) e, infine, lo sviluppo dei mezzi di comunicazione di mas- sa (cinema, radio, televisione), l’italiano ha progressivamente ampliato i propri àmbiti, togliendo spazio ai dialetti« (D’Achille...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.