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Microblogs global

Eine internationale Studie zu Twitter & Co. aus der Perspektive von zehn Sprachen und elf Ländern

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Edited By Torsten Siever and Peter Schlobinski

Microblogs haben große Bedeutung neben klassischen Weblogs und Social-Networking-Plattformen wie Facebook erlangt und werden längst auch in traditionellen Medien zitiert. In diesem Band werden Mikrotexte – vorwiegend von Twitter.com – hinsichtlich sprachlicher und kommunikativer Merkmale analysiert; fünfzehn Autorinnen und Autoren untersuchen in zehn europäischen und außereuropäischen Sprachen verfasste kurze Postings. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Analyserasters werden dabei sowohl sprachunabhängige Eigenschaften von Microblogs als auch sprachspezifische Merkmale deutlich. Untersucht wurden u. a. die Orthografie, Mündlichkeitsmerkmale, sprachökonomische, syntaktische und lexikalische Aspekte sowie die Funktionen der Mikrotexte. Zu jeder Sprache liegt eine Ergebnistabelle vor.

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6 Microblogs global: Japanisch

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Japanisch gehört zur Gruppe der agglutinierenden Sprachen: Grammatische Funktionen, z. B. Kasus, Modus und Zeit, werden durch das Anhängen von monosemantischen Suffixen bzw. Partikeln ausgedrückt. Die genealogische Herkunft des Japanischen ist noch umstritten. Das Japanische ist reich an re- gionalen Mundarten, die sich in ostjapanische und westjapanische Dialekte gruppieren lassen. Die heutige japanische Standardsprache beruht auf der in und um Tokyo gesprochenen Mundart. Der Kansai-Dialekt (aus der Region um Osaka, Kobe und Kyoto) gilt als der zweitbekannteste bzw. -verbreitetste Dialekt in Japan. Das japanische Schriftsystem ist in der Welt unikal komplex. Es besteht aus zwei Teilsystemen. Ein Teilsystem gehört dem syllabischen Schrifttypus an, das andere dem logographischen. Die Schriftzeichen des syllabischen Typus werden als Kana (Silbenschriftzeichen), die des logographischen als Kanji (chi- nesische Schriftzeichen) bezeichnet. Kana wiederum besteht aus zwei Typen von Silbenschriften, und zwar aus Katakana1 und Hiragana2. Mit dieser kurzen Charakterisierung der japanischen Schrift wird bereits deutlich, dass es sich hier um ein Mischsystem handelt. Im japanischen Schriftsystem ist die Kom- bination zweier Schrifttypen ein konstitutives Prinzip: »Essen« z. B. schreibt man im Japanischen gewöhnlich mit einem Kanji-Buchstaben und zwei Hi- ragana-Buchstaben: 㣗࡭ࡿ. Daneben spielen im heutigen Japanisch auch die Rōmaji, die Buchstaben des lateinischen Alphabets, eine bestimmte Rolle. Sie werden vor allem in der Werbung, für Abkürzungen aus dem Technik- und Computerbereich und auf Verkehrs- und Hinweisschildern verwendet. Insge- 1 »Mit Katakana werden fremdsprachige Eigennamen und Fremdwörter, aber auch dialektale Ausdrücke, Interjektionen, lautmalerische Wörter und fachsprachliche Termini...

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