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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.

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5. Deutschland & Schweiz

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5. Deutschland & Schweiz „Und was das knapp minimalistische Erzählen, den Realismus der Hemingway­Carver­Schule, angeht – denn Carver ist ein Erbe Hemingways, der dessen Technik aus dem Urwald und dem Krieg holte und heim brachte ins Privatleben der Vorstädte –, so finden Sie das eher am Leipziger Literaturinstitut als irgendwo in den USA.“ (Kehlmann, Daniel: Diese sehr ernsten Scherze. Poetikvorlesungen. Göttingen: Wallenstein Verlag 2007. S. 14.) 5. 1. »Deutsches Literaturinstitut Leipzig« 5. 1. 1. Entstehungsgeschichte & Organisationsstruktur Wer heute über das »Deutsche Literaturinstitut Leipzig« (»DLL«) spreche, könne dies nicht ohne einen Blick auf seinen Vorgänger, das »Institut für Literatur Jo- hannes R. Becher« tun, das „[…] nach einem Sekretariatsbeschluss des Zentral- komitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ([›]SED[‹]) 1955 ge- gründet wurde und direkt dem Ministerium für Kultur unterstellt […]“1735 war und bis zur Wende die Literatur der ehemaligen DDR entscheidend mitprägte. Josef Haslinger dokumentiert in seinem Beitrag zur Geschichte der Universität Leipzig die ersten Erwähnungen des Instituts im Tagebuch Johannes R. Bechers, damals von jenem spöttelnd als „Literatur-Erziehungs-Institut“1736 betitelt. Haslinger ver- weist alsdann auf die Überlegungen des Deutschen Schriftstellerverbands 1952 beim III. Schriftstellerkongress1737 sowie auf Annemarie Reinhards Erstkonzept eines Instituts, welches vorerst noch für Weimar gedacht war und das sie nach 1735 Haslinger, Josef: Deutsches Literaturinstitut Leipzig. In: Geschichte der Universität Leipzig 1409–2009. Bd. 4. Fakultäten, Institute, Zentrale Einrichtungen. Hg.: Hehl, Ulrich von; John, Uwe; Rudersdorf, Manfred. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2009. S. 1542–1570. URL:...

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