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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.

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6. Die Frage nach einer Dominanz des Marktes

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Betrachtet man die Studien- und Lehrgänge im Vergleich fällt auf, dass sich kaum Aussagen von allgemeiner Gültigkeit für alle Lehrenden und Studierenden formu- lieren lassen. Sie auf einen Nenner zu bringen, das wäre ohne eine Verfälschung oder eine grobe Vereinfachung vorzunehmen nicht möglich. Subsumierend lässt sich einzig konstatieren, dass die Frage der Lehrbarkeit weiterhin diskutiert wird, wenn auch als eine von außen erzwungene Debatte, der man in den Instituten eher unwirsch begegnet. Mehrheitlich setzt man hinsichtlich der Lehrbarkeit Talent beim Studierenden voraus; man betont, handwerkliche Techniken seien zu ver- mitteln, der Ausgang des Lernprozesses bliebe dennoch stets ungewiss. Konsens herrscht außerdem darüber, dass die Workshopgruppe als Echoraum wesentlich für die Entwicklung der inneren kritischen Stimme sei, darüber hinaus jedoch jede/r mit ihrem/seinem Schreiben allein bleibe. Seitens der Dozent/innen findet die Relevanz umfassender Lektürekenntnisse für Autor/innen breite Zustimmung; ob sich angehende Literat/innen diese nun gattungs spezifisch, zeitgenössisch oder ohne jegliche Begrenzung anzueignen hätten, ist bereits wieder zu diskutieren. Ebenso die Frage, ob es eines eigenen Lehrfachs »Lektüre« bedürfe. Kein Konsens herrscht hinsichtlich der Netzwerke, ihrer Bedeutung an und für sich sowie im Hinblick auf die Rolle, welche Institute bei ihrer Etablierung für den Einzelnen spielen. Seitens der Dozent/innen wird gerne in den Blick ge- rückt, dass Verlage geneigter sind mit Absolvent/innen zusammenzuarbeiten, da diese Gruppe angehender Autor/innen bereits einmal ein strenges Auswahlpro- zedere erfolgreich bewältigte. Im Gegensatz dazu...

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