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Werdegang

Varianten der Aus- und Weiterbildung von Autor/innen

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Marlen Schachinger

Werdegang geht der Frage nach, inwiefern sich die berufliche Etablierung von Literat/innen im Laufe der vergangenen einhundert Jahre verändert hat. Durch Schreibstudiengänge an verschiedenen Instituten im deutschsprachigen Raum wurde der autodidaktische Weg auch hierzulande in Frage gestellt. Ist er nach wie vor dennoch nicht nur denkbar, sondern realistisch und wie sah bzw. sieht er aus? Wie gestaltet sich die Lehre an verschiedenen Instituten, die Schreibstudien- oder Lehrgänge anbieten, und wie veränderte sie sich? Prägte die Etablierung von Schreibstudiengängen die literarische Szene im deutschsprachigen Raum mit oder sind andere Mechanismen – wie z.B. das Aufkommen des E-Books – relevantere Entwicklungen? Auf Basis zahlreicher Interviews und Fragebögen wurde versucht, in einem Feld, in dem es bislang keine vergleichende Analyse gab, Material zu generieren, um Fragestellungen in diesem Bereich der Literaturwissenschaft zu ermöglichen. Die Ausgangsthese, die Frage nach einer Analogie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und Studierenden, konnte weitestgehend bestätigt werden. Hinsichtlich der Etablierung von Netzwerken sowie der Bekanntheit im literarischen Feld differieren jedoch Effizienz und Möglichkeiten.

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7. Conclusio

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„Creative writing began with this hiring of writers to teach writing, but it was not founded upon a bid for professional privilege; it was founded upon an idea. And to put it briefly, the idea was that writing ought to be pursued for its own sake–for the sake of cultivation […].“ (Myers, David Gershom: The Elephants Teach. Creative Writing Since 1880. New Jersey: Prentice­Hall 1996. S. 7.) Die im Rahmen dieser Forschungsarbeit untersuchte Ausgangsthese einer Analo- gie der Lernprozesse von Autodidakt/innen und von Studierenden in institutionell verorteten Lehrgängen konnte weitestgehend bestätigt werden. Wie zu Beginn be- reits vermutet differiert sie jedoch in einzelnen Teilaspekten wie zum Beispiel hin- sichtlich des Austauschs. Der Austausch, der in einer selbstgewählten Kleingruppe aus ein oder zwei Kolleg/innen, die einander Feedback zu vorgelegten Texten ge- ben, kann aufgrund der geringen Personenzahl, der zu erwartenden mangelnden Vielfalt an Meinungen und der Wahrscheinlichkeit, dass sich darin mehrheitlich ähnliche ästhetische Positionierungen vorfinden nur am Rand mit den Prozessen in einer Workshopgruppe verglichen werden. Gleiches gilt hinsichtlich der Eta- blierung eines Netzwerkes, das in einer institutionellen Verankerung leichter zu erreichen ist denn als Autodidakt. Um angehenden Autor/innen eine möglichst fundierte Bildung zu ermöglichen, müssen, wie in dieser Arbeit dargelegt, einige Grundbedingungen erfüllt sein: Die institutionelle Verortung soll selbstorganisiertes Lernen3067 nicht behindern, wes- halb das Curriculum möglichst offen gehalten werden sollte und weitestgehend 3067 Vgl.: „Der Begriff ›selbst organisiertes Lernen‹ nimmt Bezug auf die neuere, sich als konstruktivistisch verstehende Lernforschung. Diese...

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