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Augenblick und Angst

Kierkegaards Zeit- und Existenzauffassung in "Der Begriff Angst</I> und in den Climacus-Schriften

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Zizhen Liu

Was ist der Mensch? Kierkegaard beantwortet diese grundlegende Frage der Anthropologie nicht mehr mit einem bestimmten Wesen, sondern er beschreibt den Menschen durch eine Kernkategorie: Existenz. Mit dieser Kategorie stellt Kierkegaard dar, dass der Mensch in der Relationalität und Temporalität existiert. Um seine Existenzauffassung hermeneutisch zu interpretieren, nimmt die Autorin Augenblick und Angst als Leitfäden und analysiert damit Kierkegaards Existenzauffassung in Der Begriff Angst und in den Climacus-Schriften. Nach Liu gilt Kierkegaards Existenzauffassung als Einwand gegen Hegels Abstraktionsdenken. Sie begründet, dass Kierkegaard eine Unterscheidung zwischen der subjektiven Wahrheit der Religion und der Korrespondenzwahrheit der Wissenschaft vornimmt, wodurch die Autorin einen Dialog zwischen Religion und Philosophie führt. In ihrem letzten Kapitel versucht Liu einen äußerst interessanten potentiellen Kulturdialog zwischen dem Chan-Buddhismus in der chinesischen Kultur und Kierkegaards Existenzauffassung in der westlichen Kultur vorzunehmen.

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2. Kierkegaards Auseinandersetzung in den Climacus- Schriften und in Der Begriff Angst mit anderen Philosophen und Theologen

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35 2. Kierkegaards Auseinandersetzung in den Climacus-Schriften und in Der Begriff Angst mit anderen Philosophen und Theologen Der Begriff Augenblick gilt als eine Kategorie in Kierkegaards Existenzauffas- sung sowie in seiner Anthropologie. Mit dieser Kategorie ist zuerst ein zeitlicher Ausdruck des Menschen gegeben. Damit wird der Übergang im Prozess des Selbstwerdens und Christwerdens in der menschlichen Existenz zum Ausdruck gebracht. Wovon geht Kierkegaards Diskussion über Zeittheorie bzw. über Augenblick im Hinblick auf Existenz und Angst aus? Sie geht vom Kontext der Auseinan- dersetzung zwischen spekulativer Philosophie und Religion bzw. vom Kontext der Auseinandersetzung zwischen der griechischen Philosophie-Tradition im deutschen Idealismus und der Christentums-Tradition aus. Kierkegaards Be- gründung über den Begriff Augenblick beginnt mit der Diskussion über das grie- chische Denken, dessen Vertreter Platon, Sokrates und Aristoteles sind. Obwohl Kierkegaard in BA Augustins Auffassung über die Erbsünde erwähnt und diskutiert,88 führt er über die Zeit keine direkte Auseinandersetzung mit Augustin. Das Kapitel 2.2 dieser Arbeit gilt als ein Exkurs dieser nicht direkten Auseinandersetzung, der eine hermeneutische Betrachtung für die ganze Arbeit beinhaltet. Ich werde darauf hinweisen, dass es in der Tradition des Christen- tums vor Kierkegaard bereits den Versuch gab, indem die Zeit in Bezug auf die Offenbarung Gottes als die Wahrnehmung des Menschen betrachtet wird. Das zehnte und elfte Kapitel in den Confessiones von Augustin gelten deswegen als ein wichtiger Fortschritt in der Diskussion in der Geschichte der Philosophie und Theologie. Das Kapitel 2.2 zeigt, wie Augustin und Kierkegaard sich zuei- nander verhalten. Es...

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