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Vom nachlassgerichtlichen Vermittlungsverfahren zum Konsiliarverfahren bei der Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften

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Karl Ehler

Das nachlassgerichtliche Vermittlungsverfahren zur Auflösung von Erbengemeinschaften (§§ 363 ff. FamFG) gewinnt durch den Zuständigkeitswechsel auf die Notare sowie durch die Integration des Mediationsgedankens zunehmend an Bedeutung. Deswegen wird hier das Vermittlungsverfahren in ein erarbeitetes Gesamtkonzept der ADR-Verfahren (Alternative Dispute Resolution) zur außergerichtlichen Streitschlichtung eingebunden und methodisch erläutert. Darauf aufbauend folgt eine Analyse zur Verbesserung des Vermittlungsverfahrens mit konkreten Änderungsvorschlägen auch für die Praxis: Das sogenannte Konsiliarverfahren wird vorgeschlagen. Der Erkenntnisgewinn lässt sich auch auf andere Gemeinschaften und Konflikte übertragen und ist für die Konfliktbeilegung insgesamt von Nutzen.

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Einführung

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A. Vorbemerkungen Nicht erst seit der Pound-Konferenz aus dem Jahr 1976 besteht in den USA eine intensive Auseinandersetzung mit der außergerichtlichen Streitschlichtung und Konfliktlösung. Seit Ende der 70er Jahre haben sich aber unter Einbeziehung von verhandlungsorientierten, methodischen Konzepten, insbesondere des sog. Harvard-Konzepts1 (Program on Negotiation at Harvard Law School) metho- disch-strukturierte Verfahren der ADR, der Alternative, (Appropriate, Advanced oder Assisted) Dispute Resolution, herausgebildet, mit deren Hilfe Streitigkeiten und Konflikte schneller, kostengünstiger, ressourcensparender, beziehungs- wahrender und wertschöpfend für die Zukunft gelöst werden können. Während man in den USA und zeitlich verzögert auch in Australien2 und in England in angloamerikanischer Rechtstradition auf eine jahrzehntelange Ent- wicklungsgeschichte und Anwendungspraxis zurückblicken kann, kommt die Mediation in Deutschland wesentlich langsamer voran. Blühende Landschaften finden sich eher in der (kostenintensiven) Ausbildung zum Mediator3, als in der 1 Fisher/Ury/Patton, Das Harvard-Konzept, 24. Auflage 2013. 2 Trenczek, Entwicklungen und Situation der Mediation in Australien - Qualität oder Quantität, ZKM 2012, 165 ff.; Schlachter, Außergerichtliche Konfliktlösung im Arbeits- verhältnis - Verwirklichung von Chancengleichheit auf dem Verhandlungswege in Australien und Deutschland, 2002; Sourdin, Alternative Dispute Resolution, 4th edition, 2012. 3 Vgl. Frau Sonja Steffen, Bundestagsabgeordnete (SPD), im Rahmen ihrer Wortmeldung in der ersten Lesung zum Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Mediation und anderer Verfahren der außergerichtlichen Konfliktbeilegung am 14.04.2011, Plenarprotokoll 17/105, S. 124. In der Diskussion über die teilweise lobbyistisch geführten Ausbildungsanforderungen zum Mediator im Rahmen der Umsetzung des Mediationsgesetzes...

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