Show Less

Der Schutz der Vereinigungsfreiheit durch die Internationale Arbeitsorganisation

Aufgabe und Spruchpraxis des Verwaltungsratsausschusses für Vereinigungsfreiheit

Series:

Sandra Gitzel

Die Autorin untersucht zunächst in einem historischen Abriss die Bedeutung der Vereinigungsfreiheit für die Internationale Arbeitsorganisation (IAO). Es werden die Struktur und die Funktionsweise der IAO dargestellt. Im Folgenden beschäftigt sich die Autorin mit den unterschiedlichen Überwachungsverfahren der IAO im Bereich der Vereinigungsfreiheit, insbesondere mit dem Verwaltungsratsausschuss für Vereinigungsfreiheit (Committee on Freedom of Association, CFA). Anhand der ergangenen Entscheidungen werden die Verfahrensregeln und -grundsätze des CFA herausgearbeitet. Der Hauptteil der Arbeit umfasst die Darstellung der zu den einzelnen Artikeln des grundlegenden Übereinkommens Nr. 87 ergangenen Entscheidungen des CFA. Ein Schwerpunkt wird dabei auf die Frage des Streikrechts gelegt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

§ 1 Die Bedeutung der Vereinigungsfreiheit für die IAO

Extract

A) Die Geschichte der Vereinigungsfreiheit in der IAO I. Einleitung Der Grundsatz der Vereinigungsfreiheit ist eng mit den ideologischen Grundla- gen der IAO verwoben.3 Um die bestehenden Strukturen der IAO zur Überwa- chung der Einhaltung des Rechts auf Vereinigungsfreiheit zu verstehen, ist es unerlässlich, zunächst einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und zu unter- suchen, welche Rolle die Vereinigungsfreiheit bei der Gründung und dem Auf- bau der IAO gespielt hat. Zunächst wird daher ein kurzer Abriss der Entstehung der Internationalen Arbeitsorganisation und ihrer ideellen Grundlagen gegeben. II. Vor der Gründung der IAO 1. Forderungen nach einer internationalen Arbeitsgesetzgebung Die Idee einer internationalen Arbeitsgesetzgebung reicht bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Im Zuge der Industrialisierung waren Menschen in ganz Europa vom Land in die Städte gezogen, so dass dort bald ein Überangebot an ungelernten Arbeitern für die Fabriken bestand. Der Konkurrenzdruck zwi- schen den Unternehmen war immens und so wurde die menschliche Arbeit von den Unternehmern als ein Kostenfaktor unter vielen angesehen, der so niedrig wie möglich zu halten war. Um überhaupt das Nötigste zum Leben zu erhalten, waren viele Menschen gezwungen, Arbeit zu allen Bedingungen anzunehmen. So kam es, dass Männer, Frauen und sogar Kinder, die als besonders billige Ar- beitskräfte begehrt waren, teilweise bis zu 16 Stunden am Tag ohne Pause unter katastrophalen gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen arbeiten mussten.4 Angesichts der elenden Lage dieser Arbeiter forderten schon bald vornehm- lich humanitär gesinnte Industrielle...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.