Show Less

(Post-)Jugoslawien

Kriegsverbrechen und Tribunale in Literatur, Film und Medien

Edited By Insa Braun, Ivana Drmic, Yannic Federer and Fabienne Gilbertz

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und ihre Tribunalisierung erfahren weltweit eine intensive Reflexion in Literatur, Film und Medien. Dieser Band versammelt Aufsätze, die sich der künstlerischen und medialen Verarbeitung der postjugoslawischen Kriege aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sowohl literarische, filmische und theatrale Produktionen aus dem ehemaligen Jugoslawien, als auch künstlerische und journalistische Darstellungen aus Westeuropa und den USA. Die Beiträger fragen dabei nicht nur nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Versprachlichung von Kriegsverbrechen, sondern problematisieren zudem die vielfältigen künstlerischen und medialen Perspektivierungen und Ästhetisierungsstrategien.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Ivana Drmić / Grischka Grauert. „Meine Sache ist es, zu verstehen.“ Interview mit Dževad Karahasan

Extract

Ivana Drmić / Grischka Grauert „Meine Sache ist es, zu verstehen.“ Interview mit Dževad Karahasan Dževad Karahasan (1953 in Duvno, Bosnien-Herzegowina, geboren) ist Schriftstel- ler, Dramatiker und Essayist. Nachdem er in Duvno das Gymnasium absolviert hat- te, studierte er in Sarajevo Literatur- und Theaterwissenschaften. Die Promotion er- folgte an der Philosophischen Fakultät in Zagreb. Mit seinen Romanen Tagebuch der Aussiedlung und Sara und Serafina, in welchen die Belagerung Sarajevos eine zentrale Rolle spielt, feierte Karahasan erste literarische Erfolge. 2003 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Weitere Auszeichnungen, wie die Goethe-Medaille und die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft, folg- ten. Dževad Karahasan lebt in Graz und Sarajevo. Drmić / Grauert: Was fällt Ihnen zunächst zu dem Stichwort „Den Haag“ ein? Kann man Den Haag und den dortigen Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien als einen Erinnerungsort bezeichnen? Ist das Tribunal eine symbolische Bühne für die jugoslawischen Nachfolgestaaten? Karahasan: Das ist eine gute Frage. In der Aischylos-Trilogie „Orestie“ spielt ein Tribunal, ein Gerichtshof, zum ersten Mal in der europäischen Geschichte eine wichtige kulturelle Rolle. Im dritten Teil dieser Trilogie, Eumeniden, wird eine Gerichtsverhandlung dargestellt. Der Prozess um Orestes Rachemord han- delt von der Verwandlung der Erinien (Rächerinnen) in Eumeniden (die Mil- den), welche das Milde und das Versöhnende schaffen und einsetzen wollen. Insofern könnte man auch das Tribunal in Den Haag als einen kulturellen Topos betrachten und das in vielerlei Hinsicht. Den Haag ist die einzige Stadt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.