Show Less

Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Heutige Vorstellungen über die Anatomie und Physiologie des Herzens und Kreislaufs (3, 7)

Extract

Das Herz hat vier Kammern, den rechten und linken Vorhof, sowie die rechte und linke Herzkammer. Das Fassungsvermögen der vier Herzhöhlen ist gleich groß. Während die Wände der Vorhöfe glatt sind, weist die Innenseite der Ventrikel zahlreiche Vorsprünge durch Sehnenfäden und Muskeln auf, an denen Sehnenfä- den zu den Segelklappen ansetzen. Während die Ein- und Ausflussbahn in der rechten Herzkammer nahezu einen rechten Winkel bilden, stehen die Ein- und Ausflussbahnebenen spitzwinklig aufeinander. Zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Herzkammer befindet sich die dreizipflige Trikuspidalklappe, zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer die zweizipflige Mitralklappe (Abb. 22). Abb. 22: Längsschnitt durch das Herz (aus: W. Bleifeld, C. Kramer, K. Meyer-Hartwig (Hrsg.): Klinische Physiologie, Lehrtexte für Medi- zin & Technik, Verlag Gerhard Witzstrock, Baden-Baden, Köln, New York, 1978) 124 Zwischen rechter Herzkammer und Lungenschlagader (Pulmonalarterie) findet sich die Pulmonalklappe und zwischen linker Herzkammer und Hauptkörper- schlagader (Aorta) die Aortenklappe. Während es sich bei der Pulmonal- und Aortenklappe um einfache Taschen- klappen handelt, die sich durch Füllung mit Blut bei Rückfluß passiv verschlie- ßen, handelt es sich bei der Trikuspidal- und Mitralklappe um komplizierte Ge- bilde, die ein System bilden aus Klappensegeln, Sehnenfäden und Papillarmus- keln, die verhindern, dass bei der Verkleinerung der Herzkammern in Systole die Klappensegel nicht vorhofwärts durchschlagen. Durch die Funktion der Herzklappen fließt das Blut vom rechten Vorhof in die rechte Herzkammer, von dort durch die Lungengefäße in den linken...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.