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Rudolf Alexander Schröder (1878-1962)

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Edited By Hans-Albrecht Koch

Der Band behandelt Leben, Werk und Wirken des aus Bremen stammenden Dichters, Schriftstellers, Übersetzers, Architekten und Kirchenmannes Rudolf Alexander Schröder. Die Beiträge gelten u.a. seinem großen übersetzerischen Werk, das von den homerischen Epen über Vergils Aeneis und die horazischen Oden bis zu Shakespeare, Molière und T.S. Eliot reicht. Der Dichter weltlicher und geistlicher Lyrik und Autor eines umfassenden essayistischen Werks, der eng mit Hugo von Hofmannsthal, Rudolf Borchardt, Peter Suhrkamp, Theodor Heuss und im Alter auch mit Hermann Hesse befreundet war, gehörte der Bekennenden Kirche an und war Laienprediger der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayerns. Schröder, der bei der Gründungsversammlung der Gruppe 47 eine kritisch aufgenommene Rede hielt, thematisierte nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der ersten Schriftsteller auch die Frage nach der Schuld der Deutschen in der NS-Zeit.

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Der Bremer Molière: Ludwig Wolde und Rudolf Alexander Schröder (Gabriella Rovagnati)

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Der Bremer Molière: Ludwig Wolde und Rudolf Alexander Schröder* Gabriella Rovagnati Der Geist einer Sprache offenbart sich am deutlichsten in ihren unübersetzbaren Worten Marie von Ebner-Eschenbach** 1920, in seiner Einleitung zu einer Sammlung von authentischen Lebensdoku- menten über Ferdinand Raimund, betonte Hofmannsthal das Naive in der Pro- duktion des Wiener Volksdramatikers, den er zwar schätzte, dessen stilistische und gedankliche Schwächen er jedoch nicht leugnen wollte: Das Wort ist bei ihm [Raimund] nie das dialektische Wort, das Um und Auf des Ra- tionalisten und des Philisters; hierin ist er so weit als möglich entfernt von dem an- deren großen Schauspiel-Dichter, von Molière […].1 Dem Franzosen gegenüber sei Raimund bloß, so Hofmannsthal, „ein unmündi- ges Kind“2, für den das „Wort immer nur ein Pinselstrich und wieder ein Pinsel- strich [sei], der die reinste, zarteste Farbe hinsetz[e], mit einer kindlichen Scheu vor den zweideutigen Farben der wirklichen Welt“3, die Molière hingegen in ihrer ganzen Nuanciertheit zeige. Trotz seiner Liebe zu Raimund4 zog deswegen der raffinierte Hofmannsthal als Komödienmeister Molière vor, mit dem er sich schon früh befaßt hatte.5 * Zur Ermittlung der unbekannten Inhaber der Urheberrechte Ludwig Woldes wurde auch mit dem Vorsitzenden der Dr. Ludwig Wolde-Stiftung, Herrn Prof. Dr. Friedhelm Hoff- mann, Institut für Ägyptologie, Universität München, Kontakt aufgenommen. ** Schriften. Bd. 1. Berlin 1893, S. 22. 1 Hugo von Hofmannsthal: Ferdinand Raimund. In: ders.: Gesammelte Werke. Hrsg. von Bernd Schoeller. Frankfurt...

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