Show Less

Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?

Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen

Series:

Edited By Dolors Sabaté Planes and Marion Schulz

Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

M. Loreto Vilar: Decoding Images: Top-Dog-Jobs für Frauen in Kathrin Rögglas "wir schlafen nicht"

Extract

Decoding Images: Top-Dog-Jobs für Frauen in Kathrin Rögglas wir schlafen nicht M. Loreto Vilar Die Frage nach dem Vorhandensein einer Gläsernen Decke ergibt im Kontext der literarisierten New Economy einen besonders fruchtbaren Schnittpunkt von Sozialwissenschaften und Literatur. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Werk von Kathrin Röggla (geb. 1971 in Salzburg), einer Autorin, die nach Wiebke Eden repräsentativ ist für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur von Frauen.1 Bekannt ist Röggla als Verfasserin von Rezensionen in Feuil - letons und Literaturzeitschriften sowie als Autorin von Prosa, Hörspielen und Theatertexten, vor allem jedoch als Sprachkünstlerin. Gerade wegen ih- rer Sprachdekonstruktion gilt sie als ehrwürdige Nachfolgerin der Wiener Gruppe und ihrer Jüngerin, der nobelpreisgekrönten Elfriede Jelinek. Welt- anschaulich und thematisch wird die Salzburgerin aber oft als Berlinerin ein- geordnet, da sie seit 1992 in der Metropole an der Spree lebt. Ferner gesteht man ihr den Titel einer Pop-Literatin zu, die sich vor allem mit der linken Fraktion – Hubert Fichte, Rolf Dieter Brinkmann – identifiziert.2 Aus Rögglas Roman wir schlafen nicht (2004) seien beispielhaft zwei Frauenfiguren genauer untersucht: die Key-Account-Managerin Silke Mer- tens, 37, und die Online-Redakteurin Andrea Bülow, 42, deren Karrieren die genderkritische Thematisierung der von männlichen Prinzipien dominierten, aggressiven Welt des Kapitals meisterlich illustrieren. Die Analyse, welche 1 Wiebke Eden: Keine Angst vor großen Gefühlen. Die neuen Schriftstellerinnen. Berlin 2001, S. 9 f. In ihrem Buch porträtiert Eden insgesamt elf Autorinnen, Frauen der neuen Schriftstellerinnen-Generation: Jenny Erpenbeck,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.