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Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?

Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen

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Edited By Dolors Sabaté Planes and Marion Schulz

Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.

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Ana R. Calero: Die Untermauerung der Gläsernen Decke in Kerstin Spechts "Die Schneeköniginnen"

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Die Untermauerung der Gläsernen Decke in Kerstin Spechts Die Schneeköniginnen Ana R. Calero Happy Ends sind immer nur Happy Ends für den Moment. Zehn Jahre später wird es kein Happy End mehr sein, egal, um welches Stück es sich handelt. (Kerstin Specht) Wenn wir auf die Theaterlandschaft blicken, sehen wir einen von Männern geprägten Landstrich. Für schreibende und produzierende Frauen im Theater ist die Lage oft dürftig: Es gibt sehr wenige, die die Gläserne Decke durchbre- chen und ihre Stücke aufgeführt sehen können oder zu Führungspositionen innerhalb der „oft als verkrustet empfundenen Strukturen“1 des Theaterreichs kommen. Es ist eine Tatsache, dass es für Autorinnen, Regisseurinnen, Dra- maturginnen viel schwieriger ist, in den von Männern dominierten produzie- renden Bereich zu gelangen, sie bleiben sehr oft im reproduzierenden Raum gefangen. Trotzdem gab es und gibt es Ausnahmen bei Dramatikerinnen, die sich dennoch in dieser Männerwelt behaupten konnten und denen der Durchbruch gelang, wie zum Beispiel Elfriede Jelinek, Gerlind Reinshagen, Ginka Steinwachs, Friederike Roth, Pina Bauschs Tanztheater,2 Dea Loher, Theresia Walser oder Yoko Tawada. Die Autorinnen Gerlind Reinshagen, Marlene Streeruwitz und Kerstin Specht sind Beispiele dafür, wie schwer es ist, auf dem Theater Fuß zu fassen. Eine der bedeutendsten Ausnahmen, die bereits vor Jahrzehnten jen- seits der Gläsernen Decke agieren konnte, ist die 1926 geborene Gerlind Reinshagen. Sie hat sehr früh nicht nur das Theater, sondern auch die deut- Diese Arbeit...

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