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Geschlechterbilder im Wandel?

Das Werk deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1894-1945

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Edited By Sarah Guddat and Sabine Hastedt

Der Sammelband beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Geschlechterbildern in der Literatur deutschsprachiger Autorinnen von 1894 bis 1945: Lassen sich neue Ideen zur Geschlechterfrage und politische Umbrüche im Schreiben von Frauen wiederentdecken? Wie werden Geschlechterbilder präsentiert? Die Beiträge beziehen die historischen Verhältnisse und Rahmenbedingungen, unter denen die Autorinnen ihre Texte verfassten, in die Untersuchungen ein und nehmen Geschlechterverhältnisse kritisch in den Blick. Die Analysen erstrecken sich z. B. von Mädchenromanen über Literatur der Neuen Sachlichkeit bis zur Lyrik deutsch-jüdischer Autorinnen und berühren verschiedenste Themen und Genres. Untersucht werden u. a. Werke von Toni Schwabe, Mascha Kaléko, Emmy Ball-Hennings, Irmgard Keun und Else Lasker-Schüler.

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Vorwort

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Geschlechterbilder im Wandel? Das Werk deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1894-1945 Die dATenbAnk schrifTsTellerinnen in deUTschlAnd 1945 ff.1 ist erneut Ausgangspunkt für die Konzeption eines Bandes in der Schriftenreihe In- ter-Lit. Eine Rechercheanfrage2 nach der Schriftstellerin Ruth Hoffmann (1893‑1974) weckte unser Interesse an den Biografien und Publikationen ihrer Generation. Ruth Hoffmann hatte hauptsächlich in den 1950er Jahren Mädchenbücher publiziert, die Geschichten von Emigration, Verlust der Hei- mat und Ankommen in der neuen Gesellschaft anhand der Familie ihres Bru- ders erzählen. Ruth Hoffmann zählt nicht zum Kanon und ist eher eine unbe- kannte Autorin – aber dennoch sagt ihre Biografie und ihr Werk viel über ihre Zeit und den gesellschaftlichen Diskurs aus. Die Recherche zu Ruth Hoffmann führte uns zu den bio‑bibliografischen Daten der Autorinnen mit den Geburtsjahren zwischen 1890 und 1910. Die Fülle des Materials wurde durch Gruppenbildung sortiert und Kriterien dafür waren z.B. Beziehungen jenseits von Heteronormativität, Zugang zu Bildung und Studium sowie Flucht und Vertreibung. Auch die Zeit des Nationalso- zialismus wurde in die Recherche integriert und folgenden Fragen nachge- gangen: Gehörte die Schriftstellerin einer Partei an? Fiel sie durch System- konformität auf, etwa durch Mitgliedschaft in der NSDAP oder anderen NS-Organisationen? Oder war sie im Widerstand aktiv, wurde sie als jüdische Schriftstellerin verfolgt, machte sie Exil- und Emigrationserfahrungen? Uns interessierten besonders die Veränderungen im Geschlechterverhält- nis, die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts abzeichneten. Flossen sie in das Schreiben von Frauen ein? Gab es...

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