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Geschlechterbilder im Wandel?

Das Werk deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1894-1945

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Edited By Sarah Guddat and Sabine Hastedt

Der Sammelband beschäftigt sich mit der Verarbeitung von Geschlechterbildern in der Literatur deutschsprachiger Autorinnen von 1894 bis 1945: Lassen sich neue Ideen zur Geschlechterfrage und politische Umbrüche im Schreiben von Frauen wiederentdecken? Wie werden Geschlechterbilder präsentiert? Die Beiträge beziehen die historischen Verhältnisse und Rahmenbedingungen, unter denen die Autorinnen ihre Texte verfassten, in die Untersuchungen ein und nehmen Geschlechterverhältnisse kritisch in den Blick. Die Analysen erstrecken sich z. B. von Mädchenromanen über Literatur der Neuen Sachlichkeit bis zur Lyrik deutsch-jüdischer Autorinnen und berühren verschiedenste Themen und Genres. Untersucht werden u. a. Werke von Toni Schwabe, Mascha Kaléko, Emmy Ball-Hennings, Irmgard Keun und Else Lasker-Schüler.

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Teil I: Von Umbrüchen und Aufbrüchen: Neue Lebensentwürfe – Neue Frauen?

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Muss man Anselma Heine kennen? Ein Plädoyer für die kleinen Literaturen Annette Kliewer Da ist ein Schriftsteller zu Lebzeiten bekannt und hoch geschätzt und versinkt dann doch in der Vergessenheit, während andere in den Kanon der „Hochli- teratur“ aufsteigen. Albert Sergel führte 1911 in seiner Literaturgeschichte Dichtung und Dichter der Zeit� Eine Schilderung der deutschen Literatur der letzten Jahrzehnte die Größen seiner Zeit an: Wilhelm Bölsche, Wilhelm Hegeler, Georg von Ompteda, Wilhelm von Polenz, Anna Croissant-Rust, Gabriele Reuter, Helene Böhlau, Lou Andreas-Salomé. Wer kennt diese Au- torinnen und Autoren heute noch? Ist für immer vergessen, wer einmal den Aufstieg zur Kanonliteratur ver- passt hat? Die folgenden Beispiele zeigen, wie der politische Zeitgeist oder die Moden immer wieder darüber entschieden haben, dass längst Verdrängtes zu neuem Ruhm kam: Friedrich Sengle portraitiert in den 60er Jahren in drei voluminösen Bänden das Biedermeier, das bislang in der Literaturgeschichte missachtet wurde. Die zeitgleich agierenden Politschriftsteller des Vormärz hatten ihre neue Hoch-Zeit in den 70er Jahren. Die Autoren der Neuen Sach- lichkeit wie Irmgard Keun, nach ihrem Exil 1945 meist vergessen, wurden in den 80er Jahren wieder entdeckt. Gehörten diese Autorinnen und Autoren, die vergessen wurden und wie der Phönix aus der Asche wieder auftauchten, zu den „kleinen Literaturen“? Der Begriff stammt von Gilles Déleuze und Félix Guattari 1975, die im Anschluss an die Tagebuchnotizen Franz Kafkas definiert haben: Eine kleine oder mindere Literatur ist nicht...

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