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Authentische Spiritualität in den Gefängnisbriefen Dietrich Bonhoeffers

Kriterien für Geistliche Begleitung heute

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Daniel Gerte

Die Forschungsarbeit liefert den Entwurf einer Spiritualitätskritik. Im Mittelpunkt steht die Ausarbeitung von Kriterien für eine lebensförderliche Spiritualität. Als Inspiration dienen dafür die Gefängnisbriefe Dietrich Bonhoeffers. Sie sind das Zeugnis eines Theologen und Widerstandskämpfers, der mitten in den Widrigkeiten des Lebens seine Glaubenstreue zum Ausdruck bringt und allen Suchenden heute wegweisende Impulse anbieten kann. Der Geistlichen Begleitung kommt in diesem Kontext eine prominente Rolle zu: sie ist der Ort, an dem sich Spiritualitätskritik bewähren muss. Dabei bezieht sie sich auf die Grundsätze einer mäeutischen, empathischen und solidarischen Haltung. Die Gefängnisbriefe Bonhoeffers möchten aufzeigen, wie eine solche Haltung an Form gewinnen kann.

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A. Ariane Martin: Vorgehensweise bei den Tiefeninterviews Die Spiritualitätsforscherin A. Martin legt die Vorgehensweise bei den Inter- views wie folgt dar: „Die Tiefeninterviews wurden erst nach längerer Zeit Teilnehmender Beobach- tung und vielen Gesprächen mit spirituell orientierten Menschen sowie intensi- vem Quellenstudium durchgeführt. Aufgrund dieser ersten Forschungen hatte sich bereits eine hypothetische Dimensionsbündelung ergeben. Es wurde kein Fragebogen, sondern ein Leitfaden gewählt, der bei den themenzentriert- narrativen Interviews über diverse Themenfelder zur Orientierung diente, ohne von vorneherein den Ablauf starr festzulegen. Er sollte den Gesprächsverlauf unterstützen und gleichzeitig höchstmögliche Flexibilität gewährleisten. Nach einer ersten Experimentierphase wurde die Interview-Methode variiert. Die anfangs angedachte Offenheit in der Gesprächssituation führte zur Weit- schweifigkeit, sodass nur ein Teil der Themen angesprochen werden konnte. Bewährt hat sich die von mir entwickelte Methode mit acht kleinen Fragekärt- chen, auf deren Vorderseite die sich bereits abzeichnenden Dimensionen ver- merkt waren. Da der Begriff Spiritualität alle anderen Begriffe als Kern in sich vereint, wurde diese Karte in der Mitte platziert. Auf den Rückseiten standen jeweils weiterführende und die Begriffe erläuternde Formulierungen, die die In- terviewpartner bei Bedarf anregen konnten, aber nicht mussten. Ziel war es, eine Atmosphäre herzustellen, die weniger den Charakter einer protokollartigen Be- fragung als vielmehr den eines persönlichen, offenen Gesprächs aufwies und gerade deshalb authentischere Antworten versprach. Das Interview begann immer mit der Frage nach Spiritualität: Was versteht der Informant darunter...

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