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Privatisierung und Diversifizierung im Strafvollzug

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Eun Meeh Cho

Zur Entschärfung bedrängender Vollzugsproblematik wird in der Gegenwart neben den Alternativen zur Freiheitsstrafe zunehmend auf die Privatisierung der Justizvollzugsanstalt verwiesen. Auf internationaler Ebene nimmt man die Entwicklung der Privatisierung des Strafvollzugs längst ernst: Inzwischen sind in den USA, England, Neuseeland, Australien, zwei Provinzen in Kanada, Südafrika, Chile und Japan private oder teilprivatisierte Justizvollzugsanstalten in Betrieb. In Südkorea und Brasilien haben die Regierungen Verträge mit den religiösen Gemeinschaften über den Betrieb von Justizvollzugsanstalten abgeschlossen. Diese Arbeit befasst sich mit dem Ziel des Vollzugs in privaten Justizvollzugsanstalten.

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4. Die Rolle der Religion im Strafvollzug

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95 4. Die Rolle der Religion im Strafvollzug Es gab bis zum Ende des Mittelalters kein geordnetes Strafvollzugssystem. Seit Alters her findet sich die Straf­Haft nicht nur im weltlichen Strafrecht, sondern auch im kirchlichen Bereich. Von Anfang an kümmerte sich die Kirche auf be- sondere Weise um die Strafgefangenen. Die Religion war im Strafvollzug in der Regel eine große Hilfe bei der Einrichtung und Aufrechterhaltung von Justizvoll- zugsanstalten. Aus diesem Grund wird in diesem Kapitel die Rolle und der Dienst der Kirche bzw. der christlichen Religion beim Strafvollzug für die Gefangenen untersucht. 4.1 Verhältnis zwischen der Kirche und dem Strafvollzug Das Verhältnis von Kirche und Staat ist ein Sonderfall des Verhältnisses von Reli- gion und Politik, das die Geschichte Europas stark bestimmt hat. Das Christentum prägte und beeinflusste Europa im Mittelalter in allen Lebensbereichen. Beson- ders hatten Staat und Kirche im Strafvollzug Auswirkung auf die Seelsorge der Gefangenen. 4.1.1 Strafverständnis zwischen der Kirche und dem Staat Man könnte sich vorstellen, dass das kirchliche und das staatliche Strafverständ- nis aufgrund des unterschiedlichen Wesens des Staats und der Kirche erheblich voneinander abweichen. Die Kirche im Strafvollzug behält und behauptet ihr eigenes Menschenverständnis. Der Staat und die Kirche unterscheiden sich in der Sicht des Menschen als Sünder. Aufgrund innerer Wertungen entsteht eine spezifische kirchliche Sicht im Sinne der Strafe. Wenn der Staat die Verfehlun- gen als Ausnahme anzusehen hat, die eine Strafe notwendig machen, kennt die Kirche kraft ihres...

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