Show Less

Translationswissenschaftliches Kolloquium III

Beiträge zur Übersetzungs- und Dolmetschwissenschaft (Köln/Germersheim)

Series:

Edited By Barbara Ahrens, Silvia Hansen-Schirra and Monika Krein-Kühle

Mit diesem Band liegt die dritte Ausgabe der Beiträge zum Translationswissenschaftlichen Kolloquium vor. Diese Einrichtung basiert auf der Zusammenarbeit des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Universität Mainz in Germersheim und des Instituts für Translation und Mehrsprachige Kommunikation der Fachhochschule Köln. Die insgesamt 15 im Band enthaltenen Beiträge gehen auf Vorträge zurück, die von 2010 bis 2013 an beiden Hochschulen gehalten wurden. Sie beziehen sich auf die folgenden Rahmenthemen: 1. Literarisches Übersetzen, 2. Pragmatik und Translation, 3. Translation und Ideologie, 4. Translation und Sprachkontakt, 5. Gerichtsdolmetschen, 6. Interkulturelle Kommunikation sowie 7. Maschinelle Übersetzung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Christiane J. Driesen: Berufsethos als Richtschnur des juristischen Dolmetschens

Extract

199 Christiane J. Driesen Berufsethos als Richtschnur des juristischen Dolmetschens 1 Berufsethos „Hohe sittliche Vorstellung vom Wert und den Pflichten eines Berufes.“ (Duden 2013) Eigentlich wirft diese Duden-Definition mehr Fragen als Klärungen auf. Was versteht man unter „sittliche Vorstellung“? Was sind „Wert“ und „Pflichten“ ei- nes Berufs? Im Wörterbuch der philosophischen Grundbegriffe von Friedrich Kirchner bringt der Eintrag zum Begriff „Ethik“ einen vielseitigen, geschichtlichen Überblick über die Grundfragen zum Ethos. Ethik als Sittenlehre ist die „Wissenschaft vom Sittlich-Guten und -Bösen. Auf historischer, anthropologischer, psy- chologischer und metaphysischer Grundlage untersucht die Ethik das Wollen und Handeln des Menschen [...]“ (Kirchner 1907) Abb. 1: Das Verhältnis von Ethos und Berufsethos Als wesentlicher Teil des menschlichen Handelns wurde der Beruf mit dem Ethos spätestens seit dem Altertum1 eindeutig in Zusammenhang gebracht (z. B. Eid des Hippokrates). Gleichermaßen wird auf universell anerkannte Tugenden2 in den historischen und neueren Ethikkodizes implizit Bezug genommen. 1 5. Jahrhundert v. Chr. 2 Zu diesen Tugenden zählen z. B. Redlichkeit (die Qualität der Leistung entspricht den Erwartungen), Solidarität (Unterstützung der Kollegen in der Not) oder auch kein Miss- brauch der Macht (Verschwiegenheit, fairer Wettbewerb). 200 Durch das Fokussieren auf den Beruf rückt hauptsächlich das Handeln in den Vordergrund. Ob die Quellen des Berufsethos sich aus Naturbedürfnissen,3 dem göttlichen Befehl oder der Vernunft ergeben, ist somit weniger relevant. In einer modernen, multikulturellen, multikonfessionellen Gesellschaft wird ein Berufs- ethos von den Mitgliedern eines Berufsstandes besser akzeptiert und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.