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Geographische Energieforschung

Strukturen und Prozesse im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Sicherheit

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Frank Schüssler

Die junge geographische Disziplin «Geographische Energieforschung» befindet sich im Aufwind und findet starkes öffentliches Interesse. In diesem Band werden die Resultate der dritten Jahrestagung des Arbeitskreises «Geographische Energieforschung» der Deutschen Gesellschaft für Geographie vorgelegt. Einige konzeptionelle Beiträge bilden dabei einen Schwerpunkt, darauf aufbauend folgen Artikel zu spezifischen Anwendungsbereichen und Lösungskonzepten. Alle Autoren in diesem Band eint die geographische Perspektive sowie das wissenschaftliche Interesse für das globale Megathema Energie. Gemeinsam repräsentieren die Autoren das große Spektrum der geographischen Energieforschung, innerhalb dessen jeder seine spezifischen fachlichen und regionalen Kompetenzen einbringt.

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Humangeographische Zugänge in der geographischen Energieforschung vom Euklidischen Raum zu sozial konstruierten Raumbezügen

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Geographische Energieforschung HUMANGEOGRAPHISCHE ZUGÄNGE IN DER GEOGRAPHISCHEN ENERGIEFORSCHUNG VOM EUKLIDISCHEN RAUM ZU SOZIAL KONSTRUIER- TEN RAUMBEZÜGEN JOHANNES HAMHABER 1 DESINTERESSE TROTZ RELEVANZ? Die geographische Betrachtung und Erforschung von Energiesystemen ist beileibe kein neues Phänomen, auch wenn mit dem Lehrbuch „Energiege- ographie“ (BRÜCHER 2009) und der Gründung des VGDH-Arbeitskreises „Geo- graphische Energieforschung“ (2006) das Thema mehr Aufmerksamkeit inner- halb des Faches erhält. Bereits CLARK (1990) und CALZONETTI und SOLOMON (1985), aber auch CHAPMAN (1989) haben – aus unterschiedlicher Perspektive – Monographien vorgelegt, welche die Inwertsetzung und Nutzung energetischer Ressourcen betrachten. Gleichwohl beklagen alle, gemeinsam mit BRÜCHER (1997, 2009: 31 dort auch eine ausführlichere Debatte), die geringe Beachtung der Thematik im Fach. Dies steht im Widerspruch zu den Spezifika des Phänomens, welche jedenfalls für einen geographischen Zugriff prädestiniert scheinen:  Energie wird als Ressource definiert und genutzt;  Energie liegt mithin an der Schnittstelle von natürlichem und gesell- schaftlichem System;  Energieressourcen sind global wie regional sehr ungleich verteilt (BGR 2009) – eine technische wie politische Herausforderung;  Energie ist fundamental für die Funktionsfähigkeit aller menschlichen Gesellschaften, insbesondere moderner Industriestaaten (fossile Energie- träger) und der postmodernen Informationsgesellschaft (Elektrizität);  Energiegewinnung und -nutzung sind daher sowohl wirtschaftlich wie poli- tisch äußerst relevant und dementsprechend umstritten, von lokalen Ver- teilungskonflikten („not in my back yard“; NIMBY) bis hin zu bewaffneten Konflikten („Krieg um Öl“); 9 Geographische Energieforschung  Energie zeitigt soziale und Umweltfolgen auf allen Skalen, von lokalen Emissionen bis hin zum globalen Klimawandel. Vor diesem...

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