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Die Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital

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Henny Müchler

Die Geschichte der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital ist im deutschen Recht noch jung. Gesellschaften dieses besonderen Typs der Aktiengesellschaft können erst seit 2004 gegründet werden. Der Gesetzgeber stand dieser Rechtsform lange Zeit ablehnend gegenüber, da ihre Einführung eine Abkehr von der strengen, auf dem System des festen Grundkapitals beruhenden Dogmatik des Aktienrechts erfordert. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Schärfung der Konturen der Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital leisten. Untersucht werden neben den aktienrechtlichen Besonderheiten der Investmentaktiengesellschaft auch die investmentrechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten. Der Arbeit liegt das Investmentgesetz in der Fassung des OGAW-IV-Umsetzungsgesetzes zugrunde. Auf die Neuerungen des Diskussionsentwurfs des AIFM-Umsetzungsgesetzes wird im Rahmen eines Ausblicks eingegangen.

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3. Teil: Besondere Gestaltungsformen der InvAG

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1. Abschnitt: Aktienklassen § 12 Aktienklassen A. Einleitung I. Begriff Der Begriff der Aktienklasse entstammt nicht dem InvG. Es handelt sich um ei- ne Wortschöpfung, die von Wissenschaft und Praxis in Anlehnung an den Be- griff der Anteilklasse geschaffen wurde. Anteilklassen werden durch die Ausge- staltung der Anteile an einem Sondervermögen mit verschiedenen Rechten ge- schaffen. Anteile mit jeweils gleichen Rechten bilden eine Anteilklasse1344. Für die InvAG sieht das InvG die entsprechende Anwendung der Regeln über die Anteilklassen eines Sondervermögens vor1345. Der Begriff „Aktienklasse“ rührt daher, dass das Wort „Anteil“ im Rahmen der entsprechenden Anwendung die- ser Vorschriften durch das Wort „Aktie“ ersetzt wird1346. Auch das AktG gestat- tet die Ausgabe von Aktien mit verschiedenen Rechten und fasst Aktien mit je- weils gleichen Rechten unter dem Begriff der „Aktiengattung“ zusammen1347. Ob und inwiefern sich Aktienklassen und Aktiengattungen unterscheiden, ist eines der zentralen Themen dieses Abschnitts (C.). II. Gründe für die Bildung von Aktienklassen Aktienklassen bieten sowohl aus der Sicht des Initiators einer InvAG als auch aus der Aktionärsperspektive Vorteile. Für den Initiator sind Aktienklassen als Marketinginstrument von Bedeutung. Insbesondere bei der auf einen großen Ak- tionärskreis ausgerichteten Publikums-InvAG besteht das Bedürfnis, den unter- schiedlichen Aktionärsinteressen durch eine breit gefächerte Angebotspalette Rechnung zu tragen, um möglichst viele Aktionäre zu gewinnen. Als zusätzli- cher Anreiz zum Aktienerwerb kann den Aktionären das Recht eingeräumt wer- den, ihre Aktien während der Haltensdauer kostenlos oder gegen...

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