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Bild-Linguistik

Grundbegriffe und Methoden der linguistischen Bildanalyse in Text- und Diskursumgebungen

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Franziska Große

Nie zuvor waren Bilder so präsent wie heute. Im «Optischen Zeitalter» ist die Fähigkeit zum «Bilderlesen» zu einer kulturellen Schlüsselkompetenz geworden, denn Sprache-Bild-Komplexe sind die wichtigsten Botschaftsträger, mit denen Menschen sich heute massenmedial verständigen. Sprache und Bild gehen dabei immer komplexere Synergien ein und bestimmen unseren kommunikativen Alltag. Diese Phänomene aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive zugänglich und beschreibbar zu machen, ist das Hauptanliegen der hier vorgestellten methodologischen Ansätze und der Typologie einer linguistischen Bildanalyse. Bilder werden darin in mehrere Beschreibungsebenen unterteilt und auf strukturelle, thematische, semantische, pragmatische und kommunikativ-funktionale Aspekte hin untersucht.

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V Zur Beschreibung von Bild-Texten und Sprache-Bild-Texten

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„Es ist gleich tödtlich für den Geist, ein System zu haben, und keins zu haben. Er wird sich also wohl entschließen müssen, beydes zu verbinden.“ (Schlegel 1988: 109) Für visuelle Codes im Kontext von verbalen Zeichensystemen wurde bereits verdeutlicht, dass in Abhängigkeit von der Zuweisung von konkreten Signifi- kanten und der ihnen zugesprochenen Signifikate durch den Interpreten sowohl grammatisch-strukturelle Kohäsionsmerkmale (vgl. Kapitel IV.2.1, S. 104ff.) als auch thematisch-strukturelle Kohärenzbedingungen (vgl. Kapitel IV.2.2.2, S. 111ff. und V.2.3, S. 161ff.) nachgewiesen werden können. In ihrer Interdepen- denz bestimmen sie die kommunikativen Funktionen des ganzen Sprache-Bild- Komplexes und seiner sie konstituierenden (unterschiedlich kodierten) Zeichen- systeme. 1. Kriterien der Textualität Vor dem bereits aufgezeigten Hintergrund der fachwissenschaftlichen Kontro- verse bezüglich der Frage nach der eigentlichen Intension und Extension der Begriffe ‚Text’ und ‚Textualität’ (vgl. Kapitel IV.1, S. 99ff. und IV.2, S. 103f.) soll im Folgenden als Bezugspunkt für die Analyse von Bild-Texten im Kontext von Sprach-Texten die von de Beaugrande/Dressler (1981: 3) formulierte „kom- munikative Okkurrenz“ zugrunde gelegt werden, die als allgemeine Bedingun- gen der Texthaftigkeit die Kriterien der Kohärenz, Kohäsion, Intentionalität, Informativität, Akzeptabilität, Situationalität und Intertextualität umfasst. Der Analyse wird dabei ganz bewusst ein Textualitätsbegriff zugrunde ge- legt, der in seinem Begriffsinhalt und Begriffsumfang ursprünglich nur auf ver- bale Zeichensysteme abzielt, weil somit gezeigt werden soll, dass visuelle Zei- chensysteme, die aus semiotischer Sicht - beispielsweise mit dem bereits vorge- stellten...

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