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Bild-Linguistik

Grundbegriffe und Methoden der linguistischen Bildanalyse in Text- und Diskursumgebungen

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Franziska Große

Nie zuvor waren Bilder so präsent wie heute. Im «Optischen Zeitalter» ist die Fähigkeit zum «Bilderlesen» zu einer kulturellen Schlüsselkompetenz geworden, denn Sprache-Bild-Komplexe sind die wichtigsten Botschaftsträger, mit denen Menschen sich heute massenmedial verständigen. Sprache und Bild gehen dabei immer komplexere Synergien ein und bestimmen unseren kommunikativen Alltag. Diese Phänomene aus einer sprachwissenschaftlichen Perspektive zugänglich und beschreibbar zu machen, ist das Hauptanliegen der hier vorgestellten methodologischen Ansätze und der Typologie einer linguistischen Bildanalyse. Bilder werden darin in mehrere Beschreibungsebenen unterteilt und auf strukturelle, thematische, semantische, pragmatische und kommunikativ-funktionale Aspekte hin untersucht.

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VII Anmerkungen zum Analysemodell

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„Die einzelnen Beschreibungsebenen und -aspekte sind bei der Textanalyse zwar genau zu unterscheiden, nicht aber voneinander zu isolieren. Zwischen situativem bzw. medialem Kontext, kommunikativer Funktion (Textfunktion), thematischem Aufbau und sprachlich-grammatischer Strukturierung von Texten bestehen komple- xe Beziehungen“. (Brinker 1997: 147) Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die hier vorgestellten Analysemodelle angesichts der faktisch unendlichen Menge potentieller und realer Bild-Text- Kommunikationen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und/ oder Allgemein- gültigkeit erheben möchten und können, weil Bildklassifikationen – ebenso wie Klassifikationen von Texten – sich immer nur für bestimmte Zwecke eignen und Relevanz immer nur unter bestimmten Voraussetzungen haben. Dies soll im Hinblick auf die im folgenden verwendete tabellarische Darstel- lung der einzelnen Ebenen und Kategorien des Modells eines integrativen Bild- analyse im Kontext von Texten, das eine scheinbare Abgeschlossenheit der Di- mensionen und Beschreibungskategorien suggerieren könnte, die so nicht gege- ben ist, noch einmal ausdrücklich betont werden. Insbesondere das Verhältnis von grammatisch-strukturellen und thematisch-strukturellen Beschreibungsas- pekten muss als ein komplexes Wechselspiel von Kohäsion und Kohärenzrela- tionen betrachtet werden, die in Abhängigkeit des jeweiligen situativen Kontex- tes und/oder medialen Rahmens hinsichtlich ihrer kommunikativen Funktionen und des thematischen Aufbaus ganz unterschiedlich strukturiert sein können (vgl. Brinker 1997: 147f.). 1. Methodologische Aspekte der linguistischen Bildanalyse Um die komplexen Zusammenhänge zwischen Kommunikationssituation, Text- und Bildfunktionen in Sprache-Bild-Komplexen und der sie jeweils konstituie- renden grammatischen und thematischen Strukturen transparenter zu machen, ist ein begrifflicher und methodischer Orientierungsrahmen notwendig, der die Aussagen bezüglich konkreter Untersuchungsaspekte erleichtert....

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