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Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers

Ein Beitrag zur chinesischen Porträtmalerei im 18. Jahrhundert

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Annette Bügener

Die Heldengalerie des Qianlong-Kaisers stellt die erste umfassende Dokumentation und Analyse eines in der chinesischen Kunstgeschichte zahlenmäßig absolut einmaligen, nicht mehr übertroffenen Bildprogramms dar. Hiermit wird erstmals eine systematisch vergleichende Arbeit über das Genre des Porträts verdienter Untertanen ( gongchenxiang bzw. gongchentu), womit in diesem Falle spezifisch Offiziersporträts gemeint sind, im 18. Jahrhundert vorgelegt. Bilder dieses Typs des verewigten Helden wurden – zumindest bis in die jüngste Vergangenheit – nicht ernsthaft als Kunstwerke betrachtet. Die Untersuchung behandelt in vier Themenkomplexen Tradition, Kontext der Werkgenese, Bildaufbau einschließlich Format- und Serienversionen sowie Funktion dieser außergewöhnlichen Bildgattung. Ein ausführlicher Werkkatalog und Tabellen im Anhang sowie ein separater Abbildungsteil auf der beiliegenden CD ergänzen die Studie.

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1. Einleitung

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1.1. Thema Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die erste umfassende Doku- mentation und Analyse eines in der chinesischen Kunstgeschichte zahlenmäßig absolut einmaligen, nicht mehr übertroffenen Bildprogramms. Hiermit wird erstmals eine systematisch vergleichende Arbeit über das Genre des Porträts verdienter Untertanen (gongchenxiang 功臣像 bzw. gongchentu 功臣圖), womit in diesem Falle spezifisch Offiziersporträts gemeint sind, im 18. Jahrhundert vorgelegt. Bilder dieses Typs des verewigten Helden wurden – zumindest bis in die jüngste Vergangenheit – nicht ernsthaft als Kunstwerke betrachtet; immer- hin hat man ihnen eine historische bzw. kulturhistorische Bedeutung zugewie- sen: zum einen als die realitätsnahe Darstellung einer individuellen Person der Zeitgeschichte, zum anderen als Quelle für die damalige materielle Kultur (Klei- dung, Rüstung, Waffen usw.).4 Wegen ihrer nachweislichen Einbindung in Mili- tärrituale, die im Rahmen von Siegesfeiern und Neujahrsbanketten in der Halle des Purpurglanzes (Ziguangge 紫光閣) abgehalten wurden, werden wir uns mit der zentralen Frage beschäftigen, inwieweit die Offiziersporträts darüber hinaus als „politische Ikonen“ 5 oder sogar Kultbilder dienten. 1.1.1. Die vier Serien Die hier zu untersuchenden Kunstwerke bildeten ursprünglich vier Porträtse- rien von bis zu hundert Bildern, die als Ehrung für Offiziere nach siegreichen Kolonialkriegen entstanden. Neben Geldgeschenken und der Verleihung von Ehrentiteln galten sie als besondere Auszeichnung und wurden im kaiserlichen Auftrag als großformatige Hängerollen in Tusche und kräftigen Farben auf Seide angefertigt und anschließend in der Halle des Purpurglanzes westlich des Kai- serpalastes neben großformatigen Schlachtenbildern zu besonderen Anlässen...

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