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Bewusste Inkorporation in der Capoeira Angola

Eine ethnologische Forschung über die Freiheit des Geistes

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Anna Katharina Aichroth

Diese Arbeit nutzt Konzepte aus dem Repertoire der Performanztheorien zur Analyse des afro-brasilianischen Kampftanzes Capoeira Angola. Ungewöhnlich ist dabei die Rolle der Verfasserin, die sowohl als Ethnologin als auch als Lernende (und inzwischen Lehrende) der Capoeira in ihrer Person Innen- und Außensicht auf den Gegenstand verbindet. Sie versucht durch ihre 2008 durchgeführte Feldforschung den Widerspruch zwischen klaren Regeln und definierten Kontexten einerseits und der Förderung von Improvisation, Reflexion und Handlungsbevollmächtigung andererseits aufzulösen. Um dieses Phänomen der Bewußten Inkorporation zu verstehen, bedient sie sich der Konzepte verschiedener Performanztheorien. Dabei befaßt sich die Arbeit mit der Capoeira in Europa, jedoch unter einem anderen Gesichtspunkt als die bisherige ethnologische Literatur. Es geht der Verfasserin weniger um den sozialen Kontext Barcelonas, als um das Verstehen der geistigen und körperlichen Techniken, durch die der Meister (Mestre China) seine Botschaft vermittelt.

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Teil IV Fazit

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In diesem vierten Teil der Arbeit werden die vorigen Teile zusammengefasst und aufeinander bezogen. Dabei wird die Argumentationslinie dieser Teile aufgegrif­ fen und dadurch die Bearbeitung der Fragestellung dargestellt. Schließlich wird das Ergebnis vorgestellt und geklärt, inwiefern der theoretische Ansatz auf dieses empirische Beispiel anwendbar ist. Die Fragestellung, die bereits in der Einleitung formuliert ist, lautet, ob in der Comunidade da Capoeira Angola Barcelona, Mestre China Bewusste Inkor­ poration stattfindet. Um sich dieser zu nähern, orientiert sich die Interpretation der Empirie an dem anthropologischen Axiom des Performanzforschers Richard Schechner, welches einen reflexiven Akteur impliziert. Davon ausgehend wird diskutiert, auf welche Art und Weise sich die Ansätze agency und embodiment in der Empirie zeigen und weshalb die Kombination dieser Ansätze in der Lehre von Mestre China die Diskussion bewusster Inkorporation ermöglicht. Durch diese Kombination der Handlungsmöglichkeit des Individuums mit der Inkorporation von Kultur am Beispiel des performativen Aktes Capoeira Angola wird eine - der Realität nahen - Verbindung von Körper und Geist, als auch von Individuum und Kultur geschaffen: Diese Arbeit ist in die Performanztheo- rie eingebettet und stellt in der Tradition der performativen Wende schließlich dar, wie der Akteur in der Lage ist, Kultur zu gestalten und - in Bezug auf die Körpertechnik Capoeira Angola - seinen Körper nicht nur manipuliert, sondern diesen zum selbstständigen Kreateur von Kultur macht. Kapitel 13 Fazit der Theorie Im theoretischen Teil wurde mit der Einbettung in die Performanztheorie (und dabei im...

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