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Verbrennen wir unser Haus?

Wie Klimaschutz unsere Lebensgrundlagen zerstören kann

Markus Knoflacher

Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaänderungen sind gesellschaftsfähig und werden deshalb kaum hinterfragt. Die genauere Analyse der Zusammenhänge zeigt jedoch, dass die Bemühungen zur Stabilisierung der Lebensbedingungen das Risiko von katastrophalen Veränderungen erhöhen. Ursachen dafür finden sich in den Eigenschaften der Ökosysteme und der menschlichen Gesellschaft selbst. Eigenschaften, die in den vorherrschenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Paradigmen nur wenig Beachtung finden. Viele Maßnahmen unter dem Titel des Klimaschutzes sind deshalb bestenfalls wirkungslos oder dienen der Befriedigung von Lobbyinteressen. Manche Maßnahmen verschärfen zusätzlich die Problematik, wie beispielsweise die Forcierung der allgemeinen Verwendung des sogenannten «Biosprits». Sinnvolle Schritte zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen erfordern hingegen weitreichende Systemänderungen.

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7 Wege aus der Sackgasse?

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7.1 Die großen Herausforderungen 7.1.1 Die Überwindung des evolutionären Erbes Auch wenn die Kapitelüberschrift auf den ersten Blick irritierend sein mag, es handelt es hier um nichts weniger als die zentrale Herausforderung für die Zu­ kunft der menschlichen Gesellschaft, wie sich im Folgenden zeigen wird. Die größten Widerstände gegen die Überwindung des evolutionären Erbes gründen in den Fundamenten unseres Denkens und Handelns und manifestiert sich überall in unserer Gesellschaft - in der Wissenschaft ebenso wie auch in den höchsten politischen Entscheidungsebenen. Das Festhalten am evolutionären Er­ be ist auch deshalb so attraktiv, weil es auf den ersten Blick die Lösung für alle Probleme bietet - das Wachstum. Die einseitige Ausrichtung auf Wachstum ist eine Grundvoraussetzung für den langfristigen Erhalt vieler Arten. Allerdings gilt diese Aussage nur unter den restriktiven Rahmenbedingungen der Ökosysteme. Jede Überwindung der Rah­ menbedingungen führt hingegen unweigerlich zur Zerstörung der Lebensgrund­ lagen und letztlich zum Zusammenbruch, das gilt auch für kurzfristig erfolgrei­ che Arten - seien es Wanderheuschecken, Lemminge oder Menschen. Regionale Zusammenbrüche sind im Laufe der Erdgeschichte vielfach aufgetreten und ha­ ben deshalb aber bei den auslösenden Arten nicht zu Totalzusammenbrüchen ge­ führt. Aber mit den technologischen und energetischen Potenzialen hat die Menschheit in den letzten beiden Jahrhunderten die Fähigkeit zur globalen Zer­ störung ihrer Lebensgrundlagen erreicht. Antriebskräfte für die Überwindung aller biotischen Barrieren sind Bevölkerungswachstum, laufend steigende Nach­ frage nach...

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