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Medien und Demokratie – was der Journalismus heute leistet

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Edited By Demokratie-Stiftung der

Die Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln hat im Sommer 2011 in Kooperation mit der Deutschen Welle in Bonn ein wissenschaftliches Symposium zum Thema «Medien und Demokratie» veranstaltet. Namhafte Medienwissenschaftler, Juristen wie Sozialwissenschaftler, Journalisten wie Öffentlichkeitsarbeiter, analysierten differenziert: Was erwarten Rechtsprechung und Gesetzgeber von den Medien? Inwieweit werden diese Erwartungen gegenwärtig erfüllt? Was gilt dabei für die Presse und was für den Rundfunk? Wie groß ist jeweils der Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit? Und wie erfüllt der Deutsche Presserat als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse seine Aufgaben in diesem Prozess? Der Tagungsband bündelt die Referate zu diesen Fragen.

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Steuert Öffentlichkeitsarbeit die Medien? Prof. Dr. Klaus Kocks

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CATO Sozietät für Kommunikationsberatung, Horbach Lassen Sie mich mit einem Eingeständnis beginnen. Ich tue mich nach den vorausgegangenen Erhellungen unseres Gegenstandes, der sagen- umwobenen Vierten Gewalt, mit meinem Thema schwer; ehrlich ge- sagt, es überfordert mich aus einer ganzen Reihe von Gründen. Es ist in den Diskussionen gesagt worden, „Wahrheit und Wahrhaf- tigkeit“, das sei der Verfassungsauftrag der Medien. Dazu eine kurze Replik auf die normativen Vorgaben juristischer Art für Medien. Die „kämpferische Verfassung“ (DÖRR) setzt ganz bewusst auf die exten- sive Vorstellung der Menschenwürde und weitestgehende Freiheit- lichkeit. Sie setzt aber intersubjektiv nicht auf „Wahrheit und Wahr- haftigkeit“. Das wäre als Verfassungsnorm ein fundamentalistisches Prinzip, dass konkludent staatliche Setzung von Wahrheit und Un- wahrheit, Benennung von Wahrhaftigen und Kriminalisierung von Unwahrhaftigen voraussetzen würde. Dies ist aber ein freies Land mit dem Recht der Bürger auf Irrtum und auf, ich sage das böse Wort, Lü- ge, das es selbst im Strafrecht gibt. Die Grenze der Fabulierkunst frei- er Menschen liegt im Persönlichkeitsrecht anderer Bürger, nicht bei staatlich festgestellten Wahrheiten. Aber das ist ein Thema der Rechtskultur. Ich sollte über PR reden. Beginnen wir also mit dem notorisch ge- ringen Wahrheitswert von Selbstauskünften Gewerbetreibender über ihr jeweiliges Gewerbe. Man darf nie die Frösche fragen, wenn man einen Sumpf trockenlegen will. Deshalb sind Journalisten so schlechte Zeugen für den Zustand der Presse. Aber Sie fragen jetzt ja auch nicht Klaus Kocks 72 die Fr...

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