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Beiträge zur Sprechwissenschaft III

Ausgewählte Schriften zur Phonetik, Sprechkünstlerischen Gestaltung und Fachgeschichte- Herausgegeben von Eva-Maria Krech-

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Eva-Maria Krech

Hans Krech war der erste habilitierte Sprechwissenschaftler an der Universität Halle und der erste Hochschullehrer Deutschlands, der auf eine Professur Sprechwissenschaft berufen wurde. Anlässlich seines 50. Todestages (2011) wird eine Auswahl seiner Schriften in drei Bänden unter dem Titel Beiträge zur Sprechwissenschaft neu veröffentlicht. Sie verdeutlichen vielfältige Wurzeln heutiger sprechwissenschaftlicher Arbeit. Band III enthält Schriften zur Phonetik, zur Sprechkünstlerischen Gestaltung und zur Fachgeschichte. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation seines Wirkens als Begründer der Orthoepieforschung an der Universität Halle. Eine Audio-CD ergänzt das Lehrbuch Einführung in die deutsche Sprechwissenschaft/Sprecherziehung durch Klangbeispiele.

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Sprechkünstlerische Gestaltung

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Zur Eindeutigkeit der Schallform sprachlicher Äußerungen* Auf einem Blatt Papier, auf Pergament, Stein, Holz oder Metall stehen Schrift­ zeichen, gedruckt, geschrieben oder eingeritzt, Symbole für Laute irgendeiner Sprache, die im Munde irgendeines Menschen irgendeiner Zeit Klang gewesen sind, Mitteilung an einen Menschen gleicher oder entgegengesetzter Haltung. Vielleicht entbehrte jene Mitteilung, die in der Schrift historisch wurde, auch des Klanges im äußerlich Hörbaren, nicht aber des Innenklanges, weil der Zu­ gang zur Sprache über das Sprechen führt. Wir empfangen das Dokument dieser sprachlichen Äußerung, achtsam oder achtlos, und bedienen uns, um seinen Sinn zu entnehmen, einer der Grund­ formen des menschlichen Bildungserwerbes, des Lesens, an dem Goethe achtzig Jahre arbeitete und dennoch nicht sagen konnte, er sei am Ziel1. Von Diesterweg über Drach bis zu Christian Winkler hat man den Lesevorgang zu deuten versucht und fand, dass wir nicht Wort für Wort, sondern im Er­ kennen der Wortblöcke den Gehalt des ersten Sinnschrittes verstehen, in dessen Tonrahmen hineingepasst gleicherweise der nächste und jeder folgende in einem sich ergebenden Satzschema gesprochen werden2, bis der Ausspruch sich rundet, die Mitteilung den Empfänger erreicht. * Antrittsvorlesung, (unverändert) gehalten am 15. März 1955 an der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg. 1 Goethe am 25. 1. 1830 zu Eckermann. 2 Winkler, Christian, Lesen als Sprachunterricht (Neuauflage), Ratingen bei Düssel­ dorf 1952, S. 47. 21 Die Frage steigt auf: Hat die Mitteilung den Empfänger wirklich erreicht? Wenn ja: hat sie ihn richtig erreicht? Verschiedene Zeiten...

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