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Beiträge zur Sprechwissenschaft III

Ausgewählte Schriften zur Phonetik, Sprechkünstlerischen Gestaltung und Fachgeschichte- Herausgegeben von Eva-Maria Krech-

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Eva-Maria Krech

Hans Krech war der erste habilitierte Sprechwissenschaftler an der Universität Halle und der erste Hochschullehrer Deutschlands, der auf eine Professur Sprechwissenschaft berufen wurde. Anlässlich seines 50. Todestages (2011) wird eine Auswahl seiner Schriften in drei Bänden unter dem Titel Beiträge zur Sprechwissenschaft neu veröffentlicht. Sie verdeutlichen vielfältige Wurzeln heutiger sprechwissenschaftlicher Arbeit. Band III enthält Schriften zur Phonetik, zur Sprechkünstlerischen Gestaltung und zur Fachgeschichte. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation seines Wirkens als Begründer der Orthoepieforschung an der Universität Halle. Eine Audio-CD ergänzt das Lehrbuch Einführung in die deutsche Sprechwissenschaft/Sprecherziehung durch Klangbeispiele.

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Fachgeschichte

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Zur Geschichte der Sprecherziehung1 Die Sprechkunde-Sprecherziehung ist nicht gestern und heute entstanden. Ihre Wurzeln gehen auf J. G. Herder2 zurück, obwohl Wolfgang Ratichius (1571 bis 1635) im Unterricht nicht mit der Grammatik, sondern mit der Sprache selbst beginnt, Comenius (1592 bis 1670) an den Anfang des Unterrichtens Gespräche und Redeübungen setzt und Christian Weise (1642 bis 1703) als Erster den gan­ zen zu bildenden Menschen im Auge hat3. Für Herder ist Sprecherziehung in jedem Falle eine lebendige Erziehung zur und durch Sprache. Er will, dass Sprache nicht „fürs Auge und durchs Auge studiert werde“, sondern „fürs Ohr ...gesprochen“ werde. In einem Brief an Carl August von Weimar steht für das Wie dieses Sprechens: „...deutlich und wahr.“ „Wahrheit, Wahrheit bilde unse­ ren Ausdruck, auch im Ton der Stimme.“ Herder charakterisiert den Sprechaus­ druck als „Ton des Herzens, der unmittelbar zum Herzen dringt“, als „Ton der Überzeugung und der gesunden Vernunft, der die ganze Seele ergreift...“. Über die „Ausbildung der Rede und Sprache an Kindern und Jünglingen“ hält er die Schulrede des Jahres 1796. Er weiß, dass Sprecherziehung in der Schule ein- setzen muss, am Lehrer und danach am Schüler. Goethe, von Herder angeregt, erlebt Sprache vom Gelauteten her. Schreiben ist ihm „ein Missbrauch der Sprache, stille für sich lesen, ein trauriges Surrogat der Rede“. 1803 erscheinen seine Regeln für Schauspieler, von Eckermann zu- 1 Ausschnitt aus Hans Krech: Sprecherziehung. In: Didaktik der Unterstufe, Methodi­ sche Anleitungen für die...

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