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Das Städelsche Testament sowie Mühlenbruchs Rechtsverständnis bei der Beurteilung des Beerbungsfalles

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Peter Kröll

Gegenstand der Arbeit ist der Streit über die Stiftung des Städelschen Kunstinstitutes und dessen Begutachtung durch Christian Friedrich Mühlenbruch, einem Pandektist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus dem Rechtsfall entstanden das Städel Museum und die Frankfurter Kunsthochschule. Der Rechtsstreit beschäftigte eine Vielzahl von Gerichten und Rechtsfakultäten und gab Anlaß zu diversen Stellungnahmen. Ziel dieser Arbeit ist die Ermittlung von Mühlenbruchs Rechtsverständnis. Hierzu wird zunächst ein Überblick über den Rechtsfall sowie die historischen und rechtlichen Entwicklungen der Zeit, den Verlauf des Rechtsstreits und seine Kontroversen gegeben, um sodann Mühlenbruchs Argumentation bei der Beurteilung des Rechtsfalles auf evtl. Widersprüche zu untersuchen, seine Rechtsmethodik und sein Rechtsverständnis zu ermitteln.

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Einleitung

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Johann Friedrich Städel hat zu Lebzeiten verschiedene Testamente errichtet und verstarb 1816. Er lebte zur Zeit der napoleonischen Herrschaft in Kontinentaleu- ropa und den darauf folgenden Befreiungskriegen. Diese politisch unruhigen Zeiten führten zu diversen Rechtsänderungen, welche die Anpassung der letzt- willigen Verfügung durch Städel mehrfach veranlaßten. Im Wesentlichen errich- tete Städel drei Testamente. Das erste Testament wurde auf der Grundlage des gemeinen und statutarischen Rechts in Frankfurt vor der Einführung des Code Napoléon verfaßt. Dieses wurde durch das zweite Testament, welches nach Ein- führung des Code Napoléon in Frankfurt errichtet wurde, aufgehoben. Nachdem erneut eine Änderung der Rechtsordnung durch die Abschaffung des Code Napoléon in Frankfurt eintrat, wurde durch Städel nochmals am 15. März 1815 letztwillig verfügt. Die folgenden Ausführungen haben zuvörderst eine kritische Auseinander- setzung mit der Begutachtung des Erbfalles durch Christian Friedrich Mühlen- bruch, eines Pandektist zur Zeit des Rechtfalles, zum Ziel. Hierzu sollen sämtli- che anläßlich des Rechtsfalles gefertigten Stellungnahmen berücksichtigt wer- den. Die Begutachtung des Rechtsfalles durch Mühlenbruch stellt die letzte im Rahmen des Rechtsstreits dar. Dies ermöglicht die Argumentation Mühlen- bruchs auch in Bezug auf sämtliche übrigen im Rahmen des Rechtsstreites ge- fertigten Urteile, Stellungnahmen und Gutachten zu betrachten und kritisch zu überprüfen. Mühlenbruch geht im Wesentlichen von einer Unwirksamkeit der letztwilligen Verfügung vom 15. März 1815 aus. Gleichwohl geht er von einer Wirksamkeit der...

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