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Das Städelsche Testament sowie Mühlenbruchs Rechtsverständnis bei der Beurteilung des Beerbungsfalles

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Peter Kröll

Gegenstand der Arbeit ist der Streit über die Stiftung des Städelschen Kunstinstitutes und dessen Begutachtung durch Christian Friedrich Mühlenbruch, einem Pandektist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus dem Rechtsfall entstanden das Städel Museum und die Frankfurter Kunsthochschule. Der Rechtsstreit beschäftigte eine Vielzahl von Gerichten und Rechtsfakultäten und gab Anlaß zu diversen Stellungnahmen. Ziel dieser Arbeit ist die Ermittlung von Mühlenbruchs Rechtsverständnis. Hierzu wird zunächst ein Überblick über den Rechtsfall sowie die historischen und rechtlichen Entwicklungen der Zeit, den Verlauf des Rechtsstreits und seine Kontroversen gegeben, um sodann Mühlenbruchs Argumentation bei der Beurteilung des Rechtsfalles auf evtl. Widersprüche zu untersuchen, seine Rechtsmethodik und sein Rechtsverständnis zu ermitteln.

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Schlußbemerkung

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Das Testament Städels vom 15. März 1815 hatte weitreichende Folgen und nachhaltigen Einfluß auf Stadt und Bürgerschaft Frankfurts, Kunst und Rechts- wissenschaft. Aus den Hinterlassenschaften Städels gingen das Städelsche Kunstinstitut und Städtische Galerie sowie die Vorgängerin der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, die Frankfurter Kunsthoch- schule, hervor. Weiterhin resultierten aus dem Streit um die Erbschaft Städels aufgrund seines Testaments vom 15. März 1815 Nachwirkungen auf das Rechtswesen, die bis heute fortdauern. Der Rechtsstreit um die Erbschaft Städels zwischen den Intestaterben und den Administratoren des Kunstinstitutes kann insoweit als Quelle von diversen zivilrechtlichen Kodifikationen der Neuzeit angesehen werden. Hierzu zählt neben dem heutigen § 84 BGB,1344 welcher durch gesetzliche Fiktion das rechtliche Dilemma des Städelschen Testaments lösen will und die letztwillige Begünstigung einer noch zu errichtenden Stiftung ermöglicht, auch § 2074 des Bürgerliches Gesetzbuches für das Königreich Sachsen von 1865,1345 durch welches es juristischen Personen ermöglicht wird, testamentarisch begünstigt zu werden, auch wenn diese erst nach dem Tod des Erblassers existent werden. Der Rechtsstreit um die Erbschaft Städels stellte wohl auch einen Jus- tizskandal des 19. Jahrhunderts dar. Die besondere Dramatik des Falles lag nicht zuletzt auch in den Ereignissen begründet, welche den historischen Rahmen des Rechtsstreits bilden. Die französischen Kläger, welche das Erbe Städels intestat kurz nach der Befreiung von der französischen Herrschaft für sich beanspruch- ten, standen mit...

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