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Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache

2., erweiterte Auflage

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Edited By Klaus-Peter Wegera

Die Diskussion um die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache begleitet die Germanistik von ihren Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. Die wesentlichen Fragen, um deren Beantwortung es in der Diskussion geht, sind die nach dem Entstehungsort – der «Wiege» – der neuhochdeutschen Schriftsprache und die nach ihrem möglichen Schöpfer. Eng mit der letzten Frage verbunden ist die nach der Richtung der Entwicklung: «von unten nach oben» also volkssprachlicher Ausgleich als Basis für die Schriftsprache oder schreibsprachlicher Ausgleich und Rückwirkung auf die Mundarten. Das zentrale Problem der Diskussion zeigt sich nach wie vor darin, dass keiner der wichtigeren theoretischen Ansätze a priori völlig absurd erscheint. Jede Theorie enthält wohl einen Teil der Wahrheit: Sowohl Siedlerbewegungen als auch die Bildung, sowohl Luther als auch die Kanzleien und Offizinen, sowohl die Grammatiktheoretiker als auch die Dichtung, sowohl Sprachwertsysteme als auch die sich herausbildende Polyfunktionalität und die allmähliche Herausbildung einer zentralen Zielvarietät spielen eine mehr oder weniger bedeutsame – aber in der Regel noch nicht zufriedenstellend ausgelotete – Rolle.

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Rudolf von Raumer: Ueber die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache

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Rudolf von Raumer Ueber die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache (Aus einer Recension in den Münchner gelehrten Anzeigen, Jahrg. 1854.) [aus: Rudolf von Raumer: Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften. Frankfurt/ Erlangen 1863, 189-204] Beiträge zur geschichte der mitteldeutschen spräche und litteratur von Dr. F r a n z P f e i f f e r . N i c o l a u s v o n J e r o s c h i n . Stuttgart MDCCCLIV. (Zwei­ ter Titel: Die deutschordenschronik des Nicolaus von Jeroschin. Ein beitrag u.s.w. S e b a s t i a n B r a n t s n a r r e n s c h i f f , herausgegeben von F r i e d ­ r i c h Z a r n c k e . Leipzig 1854. Wenn wir die beiden in der Ueberschrift bezeichneten Werke in eine und diesel­ be Anzeige zusammenfassen, so geschieht es natürlich nicht ihres Inhaltes wegen, durch den sie weit von einander abliegen. Was uns bestimmt, sie gemeinsam zu besprechen, ist vielmehr die Behandlung, die ihnen die beiden Hm. Herausgeber in Bezug auf die Sprache haben angedeihen lassen. So fern sich nämlich auch die Sprache in J e r o s c h i n s Chronik und B r a n t s Narrenschiff stehen, so gehören sie doch beide in die merkwürdige Periode, die den Uebergang von der mittelhochdeutschen Sprache zur neuhochdeutschen bildet. Dieser Theil der deutschen Sprachgeschichte ist...

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