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Die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache

2., erweiterte Auflage

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Klaus-Peter Wegera

Die Diskussion um die Entstehung der neuhochdeutschen Schriftsprache begleitet die Germanistik von ihren Anfängen bis in die unmittelbare Gegenwart. Die wesentlichen Fragen, um deren Beantwortung es in der Diskussion geht, sind die nach dem Entstehungsort – der «Wiege» – der neuhochdeutschen Schriftsprache und die nach ihrem möglichen Schöpfer. Eng mit der letzten Frage verbunden ist die nach der Richtung der Entwicklung: «von unten nach oben» also volkssprachlicher Ausgleich als Basis für die Schriftsprache oder schreibsprachlicher Ausgleich und Rückwirkung auf die Mundarten. Das zentrale Problem der Diskussion zeigt sich nach wie vor darin, dass keiner der wichtigeren theoretischen Ansätze a priori völlig absurd erscheint. Jede Theorie enthält wohl einen Teil der Wahrheit: Sowohl Siedlerbewegungen als auch die Bildung, sowohl Luther als auch die Kanzleien und Offizinen, sowohl die Grammatiktheoretiker als auch die Dichtung, sowohl Sprachwertsysteme als auch die sich herausbildende Polyfunktionalität und die allmähliche Herausbildung einer zentralen Zielvarietät spielen eine mehr oder weniger bedeutsame – aber in der Regel noch nicht zufriedenstellend ausgelotete – Rolle.

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Max Hermann Jellinek: [Rez. von] Alois Bernt

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Max Hermann Jellinek [Rez. von] Alois Bernt [aus: Anzeiger für deutsches Alterthum und deutsche Literatur 54 (1935), 25-38] Alois Bemt, D i e E n t s t e h u n g u n s e r e r S c h r i f t s p r a c h e . [Vom Mittelalter zur Reformation. Forschungen zur Geschichte der deutschen Bildung. Im Auf­ träge der Preußischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben von Konrad Burdach. Elfter Band.] Berlin 1934, Weidmannsche Buchhandlung. 394 S. Das Buch zerfallt in einen darstellenden und einen beschreibenden Teil. Dieser schildert Schreibung und Sprache einer Reihe von ostmd. Texten: der Hs. F von Heinrichs Tristan, eines umfänglichen Stücks des Cod. Pal. 341, des Altprager Stadtrechts, der Prager Malerzeche von 1348 und von 288 Kanzleiurkunden: aus Prag, Meißen, der Lausitz, Schlesien, von Ausfertigungen zwischen sprachlich verschiedenen Kanzleien, von Urkunden der böhmischen Kanzlei für ostdeutsche Empfänger. Dieser Teil ist auf jeden Fall wertvoll, wie man sich auch zu den Be­ hauptungen des ersten Teils stellen mag. Interessant sind Beobachtungen über Verschiedenheiten des meißnischen Schreibgebrauchs S. 283. Die Handschriften Tristan F und Cod. Pal. 341 sind nach Bemt in Böhmen geschrieben. Die Tatsa­ chen, auf die er sich stützt - md. Eigentümlichkeiten in Verbindung mit den Di- graphen ei, au (ou), eu für mhd. î, û, iu - sind richtig. Auf Einzelheiten braucht daher nicht eingegangen zu werden, obgleich ich in manchen Punkten Bemts An­ sichten...

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