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Fremdsprachliche Textkompetenz entwickeln

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Dagmar Knorr and Antonella Nardi

Texte in einer fremden Sprache zu schreiben, stellt hohe Anforderungen an Produzenten: Verlangt werden domänen- und kulturspezifische Kenntnisse sowie sprachliche, textbezogene und mediale Kompetenzen, die meistens in institutionellen Erwerbssituationen entwickelt und ausgebaut werden. Dementsprechend sollten all diese Aspekte im Rahmen einer mehrsprachigen Schreibdidaktik berücksichtigt werden. Die Beiträge behandeln das Thema «Textkompetenz» aus theoretischer und praxisbezogener Sicht nach textlinguistischen und funktional-pragmatischen Ansätzen. Sie konzentrieren sich überwiegend auf das Sprachenpaar Deutsch-Italienisch. Untersuchungsgegenstände sind Fragen der Kulturformen in Schrifttexten, des Zusammenspiels verschiedener Textebenen, der Überführung vom rezeptiven zum produktiven Wissen, das wissenschaftliche Schreiben und Vortragen im akademischen Kontext sowie didaktisch-methodologische bzw. berufsbezogene Aspekte der Textkompetenz.

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Fremdsprachliche Textkompetenz entwickeln. Einleitung und Überblick (Dagmar Knorr und Antonella Nardi)

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Fremdsprachliche Textkompetenz entwickeln Einleitung und Überblick Dagmar Knorr und Antonella Nardi 1 Einleitung Das Schreiben von domänen- und kulturspezifisch adäquaten Texten stellt Ler- nende immer wieder vor Herausforderungen, da eine Vielzahl von Bedingungen gleichzeitig erfüllt werden müssen: Notwendig ist nicht nur grammatikalisches, orthografisches und lexikalisches Wissen, hinzu kommt Wissen über Textsorten, Textmuster und Textroutinen (vgl. Feilke 2003; Becker-Mrotzek/Schindler 2007; Hufeisen 2008) so wie die adäquate Anwendung funktional-pragmatischer deik- tischer Prozeduren zu einer angemessenen Adressatenorientierung (vgl. exem- plarisch Ehlich 1984/2007, 1986/2007 und 2007, Graefen 1997). Weitere Anfor- derungen an die Schreibenden stellen darüber hinaus die medialen Bedingungen, unter denen geschrieben wird. Alle beteiligten Wissensbereiche müssen geför- dert und miteinander vernetzt werden, um zu einer „Textkompetenz“ (Schmöl- zer-Eibinger/Weidacher 2007; Portmann-Tselikas/Schmölzer-Eibinger 2008) zu gelangen. Wird zudem in einer Fremdsprache geschrieben, kommen weitere Komponenten – und damit auch Schwierigkeiten – für Schreibende hinzu, die ebenfalls erfüllt werden wollen: Der Umgang mit der Überlagerung von verschiedenartigen Pro- zessen ist u. a. ein Thema, das im Rahmen einer plurilingualen Schreibdidaktik (Hornung 2002) diskutiert wird. Zum Thema „fremdsprachliche Textkompetenz“ können überdies weitere Per- spektiven unterschieden werden: • Betrachtung der Kompetenzentwicklung im Zuge des Erwerbs sprachlicher Basisqualifikationen (Ehlich/Bredel/Reich 2008), wobei hier besonders die Erwerbs- und Vermittlungsprozesse in Ausbildungssituationen (Schule, Hochschule) fokussiert werden; • Herausbildung besonderer domänenspezifischer Kompetenzen, wie sie bspw. in der Wissenschaft gefragt sind, und die sich je nach Kultur voneinander un- terscheiden können; • Betrachtung von didaktischen Methoden, die entwickelt und eingesetzt wer- den können,...

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