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Religion und Sprache- Religion and Language

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Edited By Marietta Calderón Tichy and Georg Marko

Die Beiträge dieses Buches untersuchen verschiedene Fragestellungen zu religiösen Bezügen in nicht-religiöser Sprache, etwa in Redewendungen, Ortsnamen, Ökonomie-Diskursen oder politischer Rhetorik, und zu nicht-(nur-)religiösen Konstruktionen in religiöser Sprache, etwa in Gebeten und anderen sakralen Texten, Ritualen oder religiösen Traktaten. Dabei werden unterschiedliche linguistische Methoden angewandt, von der Diskursanalyse bis zur Onomastik, von der Soziolinguistik bis zur Metaphernanalyse. In vielen Aufsätzen wird interdisziplinär gearbeitet, etwa mit Input aus Bereichen wie der Literaturwissenschaft oder der Geschichtsforschung. Die untersuchten Daten stammen aus verschiedenen Sprachen, darunter Aramäisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Katalanisch, Kroatisch, Latein, Portugiesisch, Sefardisch und Spanisch.

The contributions to this book explore various questions concerning religious aspects and references in non-religious language, whether in idioms, place names, economic discourses or political rhetoric, and non-religious (among other) aspects and references in religious language, whether in prayers, sacred texts, rituals and religious treatises. The research presented applies a variety of methods, ranging from discourse analysis to onomastics, from sociolinguistics to metaphor analysis. The data come from languages such as Aramaic, Bosnian, German, English, French, Hebrew, Italian, Catalan, Croatian, Latin, Portuguese, Ladino and Spanish.

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Das Umbanda-Ritual in Brasilien. Rituelle Sichtbarmachung und narrative Identitätskonstruktionen im Kontext der Besessenheitstrance (Alexandra Maria Duppé)

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Alexandra Maria Duppé Das Umbanda-Ritual in Brasilien Rituelle Sichtbarmachung und narrative Identitätskonstruktionen im Kontext der Besessenheitstrance 1. Die Umbanda-Religion als linguistischer Forschungsgegenstand Bei der Suche nach Typologien einer „religiösen Sprache“ von rigiden sprachlichen Handlungsmustern auszugehen, die gewisse Merkmale wie repetitive oder distanzsprachliche Attribute aufweisen, scheint bei ge- nauer Betrachtung religiöser Sinnerzeugung nicht in allen rituellen Kon- texten haltbar und soll daher am Beispiel der brasilianischen Umbanda- Religion diskutiert werden. Sich das Umbanda-Ritual als Ausgangspunkt linguistischer Forschung zunutze zu machen, würde i.d.R. die Definition einer Reihe unterschiedlicher Termini verlangen, die das Phänomen so- wohl hinsichtlich seiner religiös-rituellen Besonderheiten der Sprach- verwendung als auch seines sozio-kulturellen Hintergrunds erfassbar machen. Diesem Umstand kann durch den hier beschränkten Rahmen nur begrenzt Rechnung getragen werden, jedoch soll zu Beginn dieses Arti- kels der Kontext der anhand des Beispieltranskripts skizzierten Ge- sprächssituation erläutert werden, um das Verständnis der darauf folgen- den Analyse zu erleichtern. Die Aufmerksamkeit soll dabei auf die Trance bzw. Geistbesessenheit als das wesentliche rituelle Moment im Umbanda-Ritual gelenkt werden, um auf die Besonderheiten dieser Art von religiös-ritueller Kommunikation hinzuweisen. Ausgehend von der Vermutung, dass in semiinstitutionali- sierten Kontexten wie diesem „narrative Identitäten“ ausgehandelt wer- den, soll anhand des Diskurses eines Geistwesens gezeigt werden, wie diese Entitäten durch ihre Präsenz im Ritual Wirklichkeiten sprachlich konstruieren. Dabei stellt sich hier nicht die Frage, ob die in der Umban- 168 Alexandra Maria Duppé da auftretenden „reports of d.ivine encounters“ in der Trance...

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