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Sprachlehrforschung: Theorie und Empirie

Festschrift für Rüdiger Grotjahn

Edited By Annette Berndt and Karin Kleppin

Mit der vorliegenden Festschrift für Rüdiger Grotjahn wird ein Wissenschaftler geehrt, der die deutsche Sprachlehrforschung der letzten 30 Jahre maßgeblich geprägt hat. Die Beitragenden nehmen Forschungsschwerpunkte Rüdiger Grotjahns auf; die einzelnen Artikel bewegen sich in den Themenkreisen «Prüfen, Testen, Evaluieren», «Empirische Forschungsansätze» und «Individuelle Faktoren und Individualisierung». Teils sehr persönliche Rück- und Ausblicke einzelner Beitragender geben einen besonderen Blick «hinter die Kulissen» des Faches Sprachlehrforschung.

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Individuelle Faktoren und Individualisierung

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Kritisches Alter, Frühbeginn und individuelle Unterschiede Willis J. Edmondson In diesem Artikel wird argumentiert, dass sich aus den Ergebnissen bisheriger empirischer Erforschungen des natürlichen Erwerbs einer Zweitsprache keinerlei Begründung des mittlerweile heiß geliebten Konzepts des schulischen Frühbeginns ableiten lässt. Auch schulische Studien konnten bisher nicht zeigen, dass sich dann erkennbare Vorteile ergeben, wenn mit dem Fremdsprachenunterricht bereits in der Grundschule begonnen wird. Individuelle Variablen bei Lernern und Lehrkräften scheinen wichtiger zu sein als das Alter der Lerner und / oder das didaktische Konzept einer Lehrkraft. 1. Einführung Seit einiger Zeit wird in Deutschland und in anderen europäischen Ländern intensiv versucht, mit der Fremdsprachenvermittlung so früh wie möglich anzufangen. Schon 2000 schrieb Legutke: „Der Trend, Fremdsprachenlernen bereits in der Primarstufe anzubieten, ist in Europa nicht mehr aufzuhalten“ (Legutke 2000: 38). Zunächst ist es wichtig anzuerkennen, dass diese politisch unterstützte und offensichtlich von vielen Eltern auch befürwortete Entwicklung (der sog. „Frühbeginn“) im Prinzip auf der Annahme basiert, dass dieser Frühbeginn etwas Besonderes mit sich bringt, was die Qualität der Fremd- sprachenbeherrschung betrifft. Möglicherweise sind auch andere Bildungsziele mit dem Frühbeginn des Fremdsprachenunterrichts verbunden: ein ernsthaftes Argument aus dieser Perspektive zur Begründung des Frühbeginns ist mir jedoch nicht bekannt.1 Die Frage muss daher gestellt werden, woher die Annahme kommt, dass der Frühbeginn etwas Besonderes für den schulischen Spracherwerb bzw. für die Qualität der dadurch gewonnenen Sprachkenntnisse leisten kann....

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