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Identitätsdiskurs im deutsch-jüdischen Dialog

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Edited By Norbert Honsza and Przemysław Sznurkowski

Die Autoren erweitern mit diesem Buch die seit vielen Jahren geführte Debatte um die deutsch-jüdische Identität. In den letzten Jahren sind neue Forschungsansätze mit Nuancen und neuen Hypothesen entstanden. Die Publikation soll den seit vielen Jahren dauernden Diskurs zum Thema «Juden im deutschen Kulturraum» fortsetzen. Das Buch führt die Untersuchungen innerhalb dieser Publikationsreihe weiter und zeigt sowohl die Kontinuität als auch die Diskontinuität im deutsch-jüdischen Dialog auf.

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Die Transformation des deutsch-jüdischen Identitätsdiskurses gegen Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts (Hanni Mittelmann)

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Hanni Mittelmann Hebrew University of Jerusalem Die Transformation des deutsch-jüdischen Identitätsdiskurses gegen Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts Eine Ausdifferenzierung des traditionellen religiösen Selbstverständnisses von Judentum sowie ein säkulares Verständnis von Jüdischsein wirkt sich auf das Verhältnis zu Deutsch- land und seiner belastender Vergangenheit aus. Diese wird reflektiert in der Polyphonie der Stimmen und Perspektiven der jüdischen Kulturschaffenden. Schlüsselwörter: Jüdische Identität, aktueller Antisemitismus, Humor, Migration, Anti- Israelismus Die Vielfalt der heutzutage in Deutschland lebenden Juden hat das traditionelle Identitätsverständnis der deutsch-jüdischen Gemeinschaft im Nachkriegs- deutschland verändert. Während es in den 1980er und 1990er Jahren den Ver- such gab, von neuem eine deutsch-jüdische Identität zu schaffen, die sich an dem Modell der Vorkriegsgemeinschaft orientierte, hat sich im 21. Jahrhundert ein völlig neues Modell des jüdischen Selbstverständnisses herausgebildet. Die Versuche, ein erweitertes jüdisches Identitätsverständnis zu schaffen, hängen eng zusammen mit der allmählichen Transformation von Deutschland in ein Einwanderungsland, was wiederum das deutsche Selbstverständnis als eine ho- mogene Gemeinschaft, die sich durch eine gemeinsame Sprache, Erfahrung und Geschichte definiert, in Frage stellt. Auch die jüdische Gemeinschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Deutschland ansässig wurde, sah sich vor die Aufgabe gestellt, der neuen pluralistischen, multikulturellen und vielsprachigen Wirklichkeit gerecht zu werden, die durch die Einwanderungswelle der jüdischen Kontingentflüchtlinge aus den GUS-Staaten, sowie von jungen Juden aus Israel,...

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