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Identitätsdiskurs im deutsch-jüdischen Dialog

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Edited By Norbert Honsza and Przemysław Sznurkowski

Die Autoren erweitern mit diesem Buch die seit vielen Jahren geführte Debatte um die deutsch-jüdische Identität. In den letzten Jahren sind neue Forschungsansätze mit Nuancen und neuen Hypothesen entstanden. Die Publikation soll den seit vielen Jahren dauernden Diskurs zum Thema «Juden im deutschen Kulturraum» fortsetzen. Das Buch führt die Untersuchungen innerhalb dieser Publikationsreihe weiter und zeigt sowohl die Kontinuität als auch die Diskontinuität im deutsch-jüdischen Dialog auf.

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Deutsch-jüdische Identität im Spiegel unterschiedlicher sozialer Kontexte: Jean Améry, Elazar Benyoëtz, Chaim Noll, Yascha Mounk und Lena Gorelik (Theo Mechtenberg)

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Theo Mechtenberg Deutsch-jüdische Identität im Spiegel unterschiedlicher sozialer Kontexte: Jean Améry, Elazar Benyoëtz, Chaim Noll, Yascha Mounk und Lena Gorelik Ziel des Beitrags ist es, am Beispiel der Autoren Jean Améry, Lazar Benyoёtz, Chaim Noll, Yascha Mounk und Lena Gorelik die Vielschichtigkeit und den Facettenreichtum deutsch-jüdischer Identität zu belegen. Beschrieben werden die sich aus den unterschied- lichen Lebensentwürfen ergebenden Identitätsprobleme sowie ihre jeweilige sprachliche Gestaltung. Schlüsselwörter: negative Symbiose, Sprachverständnis, Aphoristik, Philosemitismus, narrative Identität Ich weiß nicht mehr, weshalb ich bin, wesganz ich war.1 Jean Améry – jüdisches Identitätsbewusstsein durch Auschwitz „Ich glaube nicht, daß ich unstatthafterweise Auschwitz und die Endlösung ins Jahr 1935 rückprojiziere, wenn ich heute diese Überlegung anstelle. Vielmehr bin ich gewiß, daß ich in der Tat in diesem Jahr, in diesem Augenblick der Ge- setzeslektüre die Todesdrohung, richtiger: das Todesurteil schon vernahm, und dazu gehörte ja auch keine besondere Geschichtsempfindlichkeit.“2 Jean Améry (1912–1978) bezieht sich mit dieser hellsichtigen Bemerkung auf die Nürnberger Rassegesetze vom September 1935, von denen er als österreichischer Staatsbürger knapp drei Jahre später direkt betroffen war. Angesichts eines Meers von Haken- kreuzfahnen erlebte er den 13. März 1938, den Tag des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich, als Identitätsverlust: „Meine Identität war gebunden an einen schlecht und recht deutschen Namen und an den Dialekt meines engeren 1 Elazar Benyoëtz, Allerwegsdahin. Mein Weg als Jude...

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