Show Less

Identitätsdiskurs im deutsch-jüdischen Dialog

Series:

Edited By Norbert Honsza and Przemysław Sznurkowski

Die Autoren erweitern mit diesem Buch die seit vielen Jahren geführte Debatte um die deutsch-jüdische Identität. In den letzten Jahren sind neue Forschungsansätze mit Nuancen und neuen Hypothesen entstanden. Die Publikation soll den seit vielen Jahren dauernden Diskurs zum Thema «Juden im deutschen Kulturraum» fortsetzen. Das Buch führt die Untersuchungen innerhalb dieser Publikationsreihe weiter und zeigt sowohl die Kontinuität als auch die Diskontinuität im deutsch-jüdischen Dialog auf.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Ortskonstruktionen und Zeiterfahrungen von Juden in Wien um 1900 (Klaus Hödl)

Extract

Klaus Hödl Centrum für Jüdische Studien, Karl-Franzens-Universität Graz Ortskonstruktionen und Zeiterfahrungen von Juden in Wien um 1900 Der Beitrag beschäftigt sich mit dem Zeit- und Ortsverständnis, das Juden im Wiener Fin-de-Siècle kulturell zum Ausdruck brachten. Im Zuge der Ausführungen wird auch der Frage nachgegangen, ob darin ein jüdisches Differenzmerkmal liegt, das Juden von Nichtjuden unterschied. Schlüsselwörter: Juden, Wien, Zeit, Raum, Differenz Im vorliegenden Text wird versucht, die Juden Wiens im späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert unter der Perspektive ihrer Differenz zu beleuchten. Dabei wird auf vorgegebene Kriterien wie religiöses Bekenntnis oder ‚Herkunft‘ verzichtet. Ein wesentlicher Grund dafür liegt zum einen in dem Um- stand, dass Judentum nicht auf die Religion beschränkt werden kann. Es ist viel umfassender, und auch nicht-religiöse Menschen können ein jüdisches Bewusst- sein besitzen. Und zum anderen stellt ein Rekurs auf die ethnische Abstammung eine unzulässige essentialistische Kategorisierung dar, indem auf ein vorgängiges Merkmal zurückgegriffen und das Selbstverständnis einzelner Menschen igno- riert wird. Es ist somit unklar, was einen Forscher berechtigt, Menschen in einer Studie über Juden zu behandeln, wenn über deren Verhältnis zum Judentum nichts bekannt ist und sie ihm lediglich aufgrund ihrer Geburt zugerechnet wer- den können. Um zu anderen jüdischen Unterscheidungsmerkmalen zu gelangen, werden im Folgenden kulturelle Artikulationen von Juden im Wien des Fin-de-Siècle unter dem Aspekt des Zeit- und Ortsverständnisses untersucht.1 Dabei geht es...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.