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Studien zur «bürgerlichen Literatur» um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert

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Witold Wojtowicz

Die Untersuchung von kulturellen und literarischen Konventionen in der «Eulenspiegelliteratur», die ungefähr zwischen 1580 und 1650 im Königreich Polen-Litauen gedruckt wurde, stellt den Gegenstand der Arbeit dar. Den Hintergrund bilden dabei die mit der Kultur der Frühen Neuzeit in Europa verbundenen Veränderungen. Die Texte der älteren polnischen Literatur werden mit ihren lateinischen und deutschen Pendants konfrontiert. Die Verwendung der Topik der verkehrten Welt, der Parodie, der satirischen Destruktion der gesellschaftlichen Hierarchie dient dazu, durch Anti-Werte wahre Werte zu erkennen. Das Hauptproblem der vorliegenden Untersuchung ist eine Antwortsuche auf die Frage nach dem Schicksal der Populärliteratur, die den allgemeineuropäischen Prozessen unterworfen und mit der Geistigkeit in Europa der Frühen Neuzeit verbunden war, ihre Spezifik aber in der altpolnischen Kultur hatte.

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Am Ende muss (noch einmal) betont werden, dass die Textauswahl ihren Anfang in der Gruppe von Werken nimmt, die von ihrem Herausgeber, Karol Badecki , als „bürgerliche Literatur“ bezeichnet wurde. Das Ziel dieser Arbeit war es einen Einblick in einen bestimmten Bereich der altpolnischen Literatur zu geben unter dem Gesichtspunkt der gesellschaftlich-kulturellen Veränderungen insbesondere an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Diese Literatur kann nicht isoliert betrachtet werden. Die vorliegende Un- tersuchung musste daher an vielen Stellen über den Bereich des Polnischen hin- ausgehen und Entsprechungen unter anderen in der lateinischen oder deutschen Literatur suchen. Die Konzentration wurde einerseits auf „literarische“ Texte und nicht auf „Gebrauchs“-Texte gelegt andererseits auch auf die Herstellung nötiger Bezüge zu verschiedenen Strömungen in der altpolnischen Literatur. In diesem Kontext sind es natürlich Bezüge auf die Werke von Marcin Bielski , Mikołaj Rej und die Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, zum Beispiel auf das Werk des „Bürgers“ Jan Gawiński und die Autorengemeinschaft der „gegenreformatorischen Satire“. Die Analysen zeigen, wie problematisch es ist eine Opposition gegenüber der Adelsi- deologie festzustellen. Das betrifft besonders Autoren wie Adam Władysławiusz , Jan z Kijan oder die „anonymen Wanderlehrmeister und Epigramme-Schreiber“. Im gewissen Sinn werden die Werke dieser Autoren zu einem weiteren Zeugnis der Kraft und Expansivität der Adelsideologie. Außer der Besprechung einer Reihe von allgemeinen Problemen, wie des „Zi- vilisationsprozesses“ nach Norbert Elias oder der Christianisierung in der Epoche der religiösen Spaltungen und der mit ihr...

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