Show Less

Philosophie der Kultur- und Wissensformen

Ernst Cassirer neu lesen

Series:

Edited By Tobias Endres, Pellegrino Favuzzi and Timo Klattenhoff

Das Potenzial der Philosophie Ernst Cassirers ist keinesfalls erschöpft, sondern vielmehr in systematischer, transdisziplinärer und gesellschaftlich relevanter Perspektive anschlussfähig, um Fragestellungen der Gegenwartsphilosophie und der Wissenschaften zu begegnen. Die Cassirer-Rezeption befindet sich in dieser Hinsicht an der Schwelle des Eintritts in eine neue Phase, die im Lichte eines ‚Neulesens‘ sowie einer zunehmend globalen Vernetzung betrachtet werden kann. Von der Wissensforschung und Wahrnehmungstheorie über neue Gebiete symbolischer Formung wie Film, Geld und Virtualität bis zum spannungsreichen Verhältnis zwischen Demokratie und Mythos: Die Beiträge des Bandes verstehen sich als Aktualisierung von Cassirers Philosophie der Kultur- und Wissensformen im 21. Jahrhundert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Cassirers Antinaturalismus des Lebens und die Biologie des animal symbolicum (Felix Schwarz)

Extract

Felix Schwarz Cassirers Antinaturalismus des Lebens und die Biologie des animal symbolicum Abstract: The essay discusses the problem of nature in three steps� First it rejects the widespread misunderstanding that Cassirer’s refusal of naturalism amounts to the refusal of people’s naturalness� It then discusses the option if that depicted paradox can be solved by the accentuation through an ‚anti-naturalistic‘ concept of life� In the end, the anthro- pological implications of such a philosophy of life are discussed� 1. Einleitung Guido Kreis hat seiner Cassirer-Monographie die Werbebotschaft vorangeschickt, die Philosophie der symbolischen Formen sei „die Philosophie, die man braucht, wenn man erkannt hat, daß die physikalistische Naturalisierung des Geistes not- wendig scheitern muß�“1 Der Autor, dessen Kulturphilosophie des Geistes vor allem den analytischen Vertretern der philosophy of mind so zur Beschäftigung anempfohlen wird, hat den anti-naturalistischen Zug seines Ansatzes in der Tat schon zu Lebzeiten reflektiert: im Göteborger Aufsatz Naturalistische und huma- nistische Begründung der Kulturphilosophie2, in Zur Logik der Kulturwissenschaf- ten3 und schließlich noch einmal in An Essay on Man4� Gerade diese Spätschriften Cassirers legen allerdings durch bestimmte Formulierungen den Schluss nahe, dass Cassirers Wendung gegen den Naturalismus in der sachlichen Konsequenz auf eine Degradierung, Unterschätzung, gar Ausblendung der Natur hinauslau- fen könnte, und zwar insbesondere dort, wo das menschliche Selbstverständnis betroffen ist: Sind es nicht nach Cassirers eigenen Worten die „Kulturbegriffe“ statt der „Naturbegriffe“5; soll nicht bei ihm anstelle einer Untersuchung unserer 1 Kreis, Guido: Cassirer und die Formen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.