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Philosophie der Kultur- und Wissensformen

Ernst Cassirer neu lesen

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Edited By Tobias Endres, Pellegrino Favuzzi and Timo Klattenhoff

Das Potenzial der Philosophie Ernst Cassirers ist keinesfalls erschöpft, sondern vielmehr in systematischer, transdisziplinärer und gesellschaftlich relevanter Perspektive anschlussfähig, um Fragestellungen der Gegenwartsphilosophie und der Wissenschaften zu begegnen. Die Cassirer-Rezeption befindet sich in dieser Hinsicht an der Schwelle des Eintritts in eine neue Phase, die im Lichte eines ‚Neulesens‘ sowie einer zunehmend globalen Vernetzung betrachtet werden kann. Von der Wissensforschung und Wahrnehmungstheorie über neue Gebiete symbolischer Formung wie Film, Geld und Virtualität bis zum spannungsreichen Verhältnis zwischen Demokratie und Mythos: Die Beiträge des Bandes verstehen sich als Aktualisierung von Cassirers Philosophie der Kultur- und Wissensformen im 21. Jahrhundert.

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Das Pathos der Vernunft. Cassirers Philosophie zwischen Demokratie und politischem Mythos (Pellegrino Favuzzi)

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Pellegrino Favuzzi Das Pathos der Vernunft Cassirers Philosophie zwischen Demokratie und politischem Mythos Abstract: The relationship between reason and emotion is at the centre of current debates within political philosophy, and this paper aims to show how Cassirer’s philosophy gives a relevant contribution to this topical issue� In a first step, the essay reconstructs Cassirer’s arguments for a pure rational idea of state, thereby pointing out his ‚rational patriotism‘ between the First World War and the Weimar Republic� Subsequently considering Cassirer’s late works, the essay focuses on the difference between ‚natural‘ mythical forms of culture and ‚artificial‘ political myths, in order to develop an emotional complementary to a ration- alistic concept of politics� Such a ‚rational pathos‘ and moral sense of community is outlined referring to Cassirer’s reception of Spinoza’s two concepts of ‚fortitude‘ and ‚generosity‘� Wie ist Politik als Wissens- und Gefühlsform überhaupt möglich? Unter welchen Bedingungen können Rationalität und Emotionalität in einem systematischen Konzept sozialer Organisation zusammenhalten? Wie kann ein politisches System auf einem rein rationalen Prinzip ruhen und zugleich die emotionale Dimension der menschlichen Natur berücksichtigen, wenn beide als gleichermaßen unab- setzbare Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens angenommen werden sollen? Diese Fragen können als Variationen einer klassischen, von einem wesentlich dualen Charakter des menschlichen Verhaltens ausgehenden Problemstellung angesehen werden, die zwar lange nicht mehr als einziges Deutungsparadigma politischer Phänomene gilt, aber im aktuellen Diskurs erneut auf zunehmende Resonanz stößt: Wie ist das Verhältnis zwischen Vernunft und Gef...

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