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Adressatenorientierung beim Schreiben

Eine linguistische Untersuchung am Beispiel des Verfassens von Spielanleitungen, Bewerbungsbriefen und Absagebriefen

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Kirsten Schindler

Diese Untersuchung zeigt, wie sich TextproduzentInnen beim Verfassen eines Textes an ihrem Leser orientieren, wie sie die Planung, Formulierung und Überarbeitung ihres Textes auf einen spezifischen Adressaten zuschneiden. Bei der kontrastiven Analyse dreier Schreibaufgaben – Spielanleitungen für Computerspiele, Bewerbungsbriefe und Absagebriefe einer Verwaltung – wird deutlich, dass die Art der Adressatenorientierung besonders von den (Schreib-)Voraussetzungen der SchreiberInnen abhängt. Als Untersuchungsgrundlage dienen neben Texten und ethnographischen Daten (Fragebogenerhebungen) vor allem Aufnahmen der Gespräche, die bei der gemeinsamen Arbeit der SchreiberInnen entstehen. Ausgehend von den Ergebnissen der Analysen werden Hinweise für die Ausbildung von TextproduzentInnen skizziert.

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Transkriptionen Die in der Arbeit und im Anhang abgedruckten Transkripte sind ausschließlich nach Methoden der linguistischen Gesprächsanalyse und den Vorschlägen des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT) (siehe Selting u.a. 1998) erstellt worden.1 Für die hier vorliegenden Transkripte gelten folgende Merkmale: • Die GesprächsteilnehmerInnen werden anonymisiert und mit einem fikti- ven Namen versehen. • Non-verbale Informationen werden an bestimmten, für die Analyse der Da- ten wichtigen Stellen transkribiert und entsprechend gekennzeichnet. • Es wird lediglich Kleinschreibung verwendet, da Großbuchstaben als diak- ritische Symbole zur Markierung sprachlicher Besonderheiten dienen. • Interpunktionszeichen haben nicht die in schriftsprachlichen Texten gelten- den Bedeutungen, sondern dienen zur Darstellung prosodischer In- formationen. • Die Transkripte werden fortlaufend, also Zeile für Zeile gelesen. Lediglich bei parallelem Sprechen der Beteiligten werden zwei Zeilen gleichzeitig für die Lektüre relevant. • Die Zeilennummerierung beginnt (außer bei der Fallstudie) bei jedem Transkriptausschnitt neu. Das Basistranskript wird – wie bei Selting u.a. vorgeschlagen – außerdem um einen zusätzlichen Aspekt vervollständigt. In den Transkripten wird die allmäh- liche Verfertigung des Textes am Bildschirm in einer weiteren Zeile nach- vollziehbar (Bsp.: T: Ziel des Spiels).2 Diese Zeile wird zur besseren Lesbarkeit des (1) Die Transkriptionen sind in MS Word entstanden. Zum aktuellen Stand von Transkriptionssoftwa- re siehe den Überblick in Schindler/Sasaki 2001 sowie Schmidt 2002. Ein bei Selting u.a. 1998 nicht behandeltes Problem ist das längerer Gesprächspausen. In der Arbeit werden Pausen konsequent im Hinblick auf den Sprecherwechsel transkribiert. Wechselt der Sprecher nach der Pause, wird...

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