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Audi-Werbung 1909–1965

Eine medienwissenschaftliche Analyse

Marta Potuzniková

Das Buch untersucht die Geschichte eines der großen Automobilhersteller und der traditionsreichen Marke Audi erstmals im Spiegel ihrer Werbung. Die Autorin versteht Audi-Werbung als Kulturgut, das als zeitgeschichtliches Phänomen die Erforschung der Kulturgeschichte ermöglicht. Als Kulturfaktor vermittelt diese außerdem Lebensstile, Ideologien und Trends. Unter Berücksichtigung der konkreten Unternehmens- und Markengeschichte über einen längeren Zeitraum zeigt die Autorin zudem, dass Werbung als Dokument nicht nur des Kultur-, sondern auch des Unternehmens- und Markenwandels betrachtet werden kann.

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I Einführung in die (Automobil-)Werbung

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17 1 Grundsätzliches zum Begri­ der Werbung 1.1 Bedeutung der Werbung Als Form der Massenkommunikation wird Werbung1 strategisch geplant, um das Publikum in ihrer gan- zen Vielfalt zu beeindrucken und ständig von etwas zu überzeugen. Sie verfügt durch den Einsatz visueller, sprachlicher, akustischer, taktiler und olfaktorischer Elemente über ein großes Wirkungspotenzial.2 Als all- gemeines, kommunikatives, soziologisches, psychologisches und ökonomisches Phänomen3 erhält sie die Eigenschaft eines „nicht mehr wegzudenkende[n] Bestandteil[s] unserer Alltagskultur“4, der ein Spiegelbild der menschlichen Kultur darstellt. Die Stile der Werbung sind „Gestaltungsstile eines bestimmten Stadiums“ sowohl künstle rischer, kultureller und gesellschaftlicher als auch politischer und technologischer Evolution.5 In den 1920er Jahren definiert der Wirtschaftspsychologe Edmund Lysinski die geschäftliche Werbung als „alles planmäßige Bemühen um Erhaltung und Gewinnung von Kunden“6. Sie ist ein Teil der wirt- schaftlichen Werbung, der „Werbung im Dienste irgend welcher volkswirtschaftlicher Ziele“7. Dieser Begri„sbestimmung der geschäftlichen Werbung steht aus heutiger Sicht die Definition der Werbung als Marketinginstrument8 nahe. So definiert sie Philip Kotler als „alle bezahlten Formen nicht persönlicher 1 Als Verdeutschung der Wörter Reklame (lat. clamare, frz. réclame) und Propaganda wurde der Be gri„ Werbung gegen Ende des Ersten Weltkrieges eingeführt. In der Fachliteratur wurde er zuerst 1910 von Weindenmüller bei der Wortverbindung „Kundenwerbung“ und von Mataja bei dem Terminus „Werbetätigkeit“ verwendet. In den 1920er Jahren begann die Werbung die Bedeutung eines Gesamtphänomens zu gewinnen. Das Nebeneinander der Begri„e...

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