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Gestische Kommunikation als Vorläufer von Sprache

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Carina Lüke

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Gesten und deren Bedeutung für den Spracherwerb. Deiktische Gesten sind eine wichtige Vorläuferfähigkeit der Lautsprache. Insbesondere Zeigegesten ermöglichen es Kindern, auf Objekte, Personen oder Handlungen zu referieren und sich, noch bevor sie erste Worte sprechen, aktiv an einer Kommunikation zu beteiligen. Anhand einer Längsschnittstudie zeigt die Autorin auf, dass sich sprachliche Fähigkeiten von Kindern im dritten Lebensjahr anhand ihrer gestischen Kompetenzen mit einem Jahr vorhersagen lassen und somit genutzt werden können, um frühzeitig Risikokinder für eine Sprachentwicklungsverzögerung zu identifizieren.

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Geleitwort von Ute Ritterfeld

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Lange bevor Kinder ihr erstes Wort sprechen können, haben sie wesentliche Meilensteine erreicht, die eine Voraussetzung für den Spracherwerb bilden. Nicht nur können Kinder bereits pränatal hören und bereits direkt nach der Geburt die Stimme ihrer Mutter von anderen Stimmen oder die von der Mut- ter während der Schwangerschaft gesprochene Sprache von anderen Sprachen unterscheiden. Auch Interaktion, also dialogische Kommunikation, bildet sich bereits in den ersten Lebenswochen heraus. Die Interpretation solcher früh- kindlichen Äußerungen durch eine Bezugsperson ist ein wesentlicher Motor für den erfolgreichen Spracherwerb. Gleichzeitig entwickelt sich im Kind eine Motivation zur Kommunikation, die nicht unmittelbar an Funktionalität ge- bunden ist: Das Kind kommuniziert nicht nur, wenn es etwas haben möchte, es will auch Informationen mit anderen teilen. Diese einzigartige Voraussetzung spiegelt sich bereits in der präverbalen Phase wider, wenn ein Kind auf Dinge zeigt und so beispielsweise ausdrückt: Schau, mein Spielzeug! Sieh, meine neue Hose! Besonders beeindruckend ist, dass Kinder bereits im zweiten Lebensjahr sogar auf Dinge zeigen, die eine andere Person sucht. Damit drücken sie eine kooperative kommunikative Kompetenz aus, die sie von allen anderen Lebe- wesen unterscheidet. Seit langem wissen wir, dass die gestische Kommunikation ein aussagekräf- tiger Vorläufer für den Spracherwerb ist. In manchen diagnostischen Verfahren wird darauf Bezug genommen, wenn etwa die Eltern gebeten werden, Angaben zum gestischen Verhalten ihrer Kinder zu machen. Dennoch können diese noch recht unspezifischen Angaben bislang nicht als Indikator für...

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