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Gestische Kommunikation als Vorläufer von Sprache

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Carina Lüke

Das Buch gibt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung von Gesten und deren Bedeutung für den Spracherwerb. Deiktische Gesten sind eine wichtige Vorläuferfähigkeit der Lautsprache. Insbesondere Zeigegesten ermöglichen es Kindern, auf Objekte, Personen oder Handlungen zu referieren und sich, noch bevor sie erste Worte sprechen, aktiv an einer Kommunikation zu beteiligen. Anhand einer Längsschnittstudie zeigt die Autorin auf, dass sich sprachliche Fähigkeiten von Kindern im dritten Lebensjahr anhand ihrer gestischen Kompetenzen mit einem Jahr vorhersagen lassen und somit genutzt werden können, um frühzeitig Risikokinder für eine Sprachentwicklungsverzögerung zu identifizieren.

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5. Zielsetzung und Fragestellungen der vorliegenden Studie

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Die meisten Kinder sind problemlos dazu in der Lage, sich im Laufe weniger Jahre die Strukturen, Regeln und Wörter einer Sprache anzueignen und sich kompetent an einer Interaktion zu beteiligen. Ein Teil der Kinder, etwa 15% bis 20% aller Zweijährigen (Horwitz et al., 2003; Reilly et al., 2007), durchläuft diesen Erwerbs- prozess allerdings weniger problemlos. Diese Kinder zeigen bereits recht früh erhebliche Verzögerungen in ihren sprachlichen Kompetenzen, wodurch ein deut- lich erhöhtes Risiko für langfristig niedrige Sprachleistungen besteht. Und auch im Hinblick auf weitere Erwerbs- und Lebensbereiche, wie etwa dem Lese-Recht- schreiberwerb, dem allgemeinen Schulerfolg, über die psychische Gesundheit bis hin zur beruflichen und sozialen Partizipation im Erwachsenenalter, haben diese Kinder ein höheres Risiko weniger erfolgreich zu sein als Kinder, die unter ver- gleichbaren sozioökonomischen Bedingungen, jedoch ohne Verzögerungen in ihrer Sprachentwicklung aufgewachsen sind (u.a. Clegg et al., 2005; Dale et al., 2003; Law et al., 2009; Miniscalco et al., 2005; Rescorla, 2002, 2009; Rescorla et al., 2000; Stothard et al., 1998). Bezüglich der Ursachen von SEV und USES werden mittlerweile internale Faktoren als dominant angesehen (Bishop, 2006; Leonard, 2014; Rosenfeld & Horn, 2011). Anders als für die Sprachentwicklung generell, sind die Anlagen eines Kindes für die Entstehung einer SEV oder USES besonders prägend. Diese Feststellung mag zunächst vielleicht ernüchtern, da auf die Anlagen eines Kindes wenig Einfluss genommen werden kann bzw. es ethisch auch fraglich wäre, dies zu tun. Anderseits ergibt sich daraus...

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