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Von der Conquista zur Responsibility while Protecting

Die Debatte der humanitär gerechtfertigten Kriegsführung aus lateinamerikanischer Perspektive

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Stefan Knauß

Können Kriege aus humanitären Gründen gerecht sein? Der Autor verfolgt die lateinamerikanischen Antworten auf diese Frage von der Eroberung des Kontinents bis in die Gegenwart. Er zeigt, wie sich Philosophen, Völkerrechtler und Diplomaten angesichts des iberischen Kolonialismus für eine gezügelte humanitäre Interventionspolitik einsetzen können. Die behutsame Rekonstruktion einer lateinamerikanischen Perspektive liefert eine umfassende und detaillierte, nicht-eurozentrische Sicht auf die Geschichte der Menschenrechte. Dieser alternative Zugang zu Debatten des Völkerrechts, der Theorie des gerechten Krieges und der Ethik der internationalen Beziehungen trägt zu einem interkulturellen Verständnis der Menschenrechte und ihrer Durchsetzung bei.

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Einleitung

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Die vorliegende Arbeit stellt eine geringfügig veränderte Fassung der Dissertation dar, die ich unter dem Titel „Von der Conquista zur Responsibility while Protecting – Die Debatte der humanitär gerechtfertigten Kriegsführung aus lateinamerikanischer Perspektive“ an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eingereicht und verteidigt habe. Zunächst werde ich die Leitfrage, die Struktur und die Hauptthe- se der Arbeit vorstellen. Diese Einleitung gliedert sich daher in zwei Abschnitte. Im ersten Teil werde ich grundlegende Begrifflichkeiten der Arbeit einführen und definieren, sodann die Leitfrage erläutern, meine Hauptthese vorstellen und einen Überblick über die Struktur der Argumentation geben. Im zweiten Teil werde ich einige der Argumente herausgreifen und detaillierter darstellen. Leitfrage, Struktur und Hauptthese des Buches Da die vorliegende Arbeit eine lateinamerikanische Perspektive auf die humani- täre Rechtfertigung kriegerischer Handlungen entwickelt, ist es zunächst sinnvoll anzugeben, was ich unter einer humanitären Intervention verstehe. Als humani- täre Intervention wird die Rechtfertigung kriegerischer Handlungen durch den Vorsatz verstanden, schwerwiegende Menschenrechtsverbrechen auf dem Gebiet anderer Staaten zu verhindern, notfalls auch gegen deren Willen. (vgl. Holzgrefe, Keohane 2003) Die Brisanz des Argumentes besteht in seiner Zwiespältigkeit, da es einerseits eine Rechtfertigung für notwendige Schutzmaßnahmen darstellt, andererseits aber in Verruf steht, das Prinzip der Nicht-Intervention außer Kraft zu setzen und unlautere Kriegsvorhaben zu stützen. Besondere Dringlichkeit er- langt diese Problematik aus der Perspektive eines Kontinents, der vielfach Schau- platz von Interventionen geworden ist und der im Grunde seit 1492 mit deren Verarbeitung beschäftigt ist. Mit...

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