Show Less

Die Vermeidung von Interessenkonflikten durch das Zuwendungsverbot des § 31d WpHG

Series:

Kerstin Rohwetter

Die Autorin untersucht, ob § 31d WpHG zur Vermeidung von Interessenkonflikten beiträgt. Dazu legt sie zunächst die aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen, europarechtliche Bezüge und mögliche Auslegungen der Norm dar und prüft, ob ein absolutes Zuwendungsverbot zu einem Marktversagen führen würde und welche Vor- und Nachteile eine Honoraranlageberatung für den Anleger haben kann. Außerdem beleuchtet sie die zivilrechtlichen Auswirkungen des § 31d WpHG, die Beziehungen zwischen Aufsichtsrecht und Zivilrecht und den Einfluss der europarechtlichen Vorgaben auf das deutsche Zivilrecht. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage, ob ein zivilrechtlicher Herausgabeanspruch für Zuwendungen existiert und ob dieser gegebenenfalls abbedungen werden kann.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

§ 1 Einleitung

Extract

13 § 1 Einleitung A. Einführung in die Problematik Die dieser Arbeit zugrunde liegende Thematik, nämlich die aufsichtsrechtliche und zivilrechtliche Behandlung von Zuwendungen, ist zwar erst vor wenigen Jahren in das breite Licht der juristischen und nicht-juristischen Öffentlichkeit getreten. Die aus der Gewährung von Zuwendungen resultierenden rechtlichen Fragestellungen sind jedoch von grundlegender Bedeutung für den Handel und den Vertrieb von Wertpapier- und sonstigen Anlageprodukten. Um dies zu ver- stehen, bedarf es eines tieferen Blickes auf die Bedeutung und den Stellenwert von Zuwendungen. Dem Kunden eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens (WpDU), der eine Anlage auf dem Kapitalmarkt tätigen möchte, bieten sich zwei Möglich- keiten. Entweder er entscheidet sich völlig eigenständig und auf Grund eige- ner Recherchen für eine bestimmte Anlage. Oder aber er nimmt bei seinem WpDU eine Anlageberatung in Anspruch. Bei einer solchen Anlageberatung werden dem Kunden nach Abfrage seiner Anlageziele und -wünsche und un- ter Berücksichtigung dieser Ziele eine oder mehrere Kapital- bzw. Wertpapier- anlagemöglichkeiten vorgestellt und erläutert.1 Dies geschieht zumeist anhand von Unterlagen, zum Beispiel in Form von Wertpapieranlageprospekten. Über diese allgemeinen Informationen über die beliebigen Wertpapieranlagen hinaus, spricht das WpDU gegenüber dem Kunden aufgrund seiner Informationen zu- dem konkrete Anlageempfehlungen aus.2 Der Kunde erhält also eine spezifische Aussage darüber, welche Anlage am besten zu ihm und seinen Zielen passt bzw. welche Anlage er tätigen soll. Die soeben beschriebene Anlageberatung erbringen die WpDU gegenüber ih- ren Kunden in der Regel, ohne diesen daf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.