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Deutsch-türkische Erzähltexte im interkulturellen Literaturunterricht

Zur Funktion und Vermittlung literaturästhetischer Mittel

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Inga Pohlmeier

Literarisch-interkulturelles Lernen ist das Kernanliegen der interkulturellen Literaturdidaktik. Dieses Buch stellt das Ästhetisch-Literarische in den Mittelpunkt. Am Beispiel deutsch-türkischer Erzähltexte – insbesondere am Jugendroman Der Mond isst die Sterne auf von Dilek Zaptçıoğlu – wird die Funktion literaturästhetischer Mittel untersucht: Welches interkulturelle Potential haben sie? Einen Schwerpunkt bildet die Evaluation von Unterrichtsmethoden, die zur Vermittlung sowohl interkultureller als auch literarischer Ziele geeignet sind.

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2 Interkulturelles Lernen – warum? Interkulturelle Lebenswirklichkeit als Begründung

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25 2 Interkulturelles Lernen – warum? Interkul- turelle Lebenswirklichkeit als Begründung Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunftsländer und Kulturkreise stellt ein Merkmal unserer gesellschaftlichen Wirklichkeit dar. Die interkulturelle Lebenswirklichkeit in Deutschland ist vor allem durch die Arbeitsmigration im Zuge der Anwerbeabkommen in den 1950er und 1960er Jahren geprägt.49 Zur Zeit des westdeutschen ‚Wirtschaftswunders‘ war Deutsch- land auf die Hilfe sogenannter (meist männlicher) Gastarbeiter angewiesen, um die konjunkturbedingte Arbeit zu bewältigen. Hunderttausende Gastarbei- ter kamen nach Deutschland, besonders viele aus der Türkei. Bis heute bilden Deutsch-Türkinnen und Deutsch-Türken die größte Einwanderungsgruppe in Deutschland.50 Einerseits gehört das Zusammenleben von Deutschen und Tür- kinnen und Türken in Deutschland zur ‚Normalität‘. Andererseits müssen tür- kische Einwanderinnen und Einwanderer immer wieder erfahren, dass sie von Teilen der deutschen Gesellschaft nicht akzeptiert werden. 2.1 Türkische Einwanderung nach Deutschland und die Situation von Türkinnen und Türken in Deutschland Infolge der Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei am 30. Oktober 1961 sind viele türkische Gastarbeiter nach Deutschland migriert.51 49 Die Anwerbeabkommen begannen 1955 mit Italien, erfolgten 1960 mit Spanien und Griechenland, 1961 mit der Türkei, 1964 mit Portugal, 1965 mit Tunesien und Marok- ko und endeten 1968 mit Jugoslawien. Vgl. Auernheimer, Georg: Einführung in die Interkulturelle Pädagogik. 5., ergänzte Aufl. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesell- schaft 2007. S. 16–20. Vgl. hierzu und im Folgenden auch Pohlmeier: Interkulturalität im Deutschunterricht (2014). S. 64f. 50 Vgl. Statistisches...

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