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Das Kuckuckskind und seine drei Eltern

Eine kritische Würdigung der bestehenden Rechtslage mit Vorschlägen für interessengerechte Regelungen unter rechtsvergleichenden Aspekten aus dem EMRK-Raum

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Kerstin Aust

Kerstin Aust belegt mit einem Vergleich der Regelungen in den 47 EMRK-Staaten, dass die Rechtsfragen, die sich in einer Familie mit Kuckuckskind stellen, trotz der anhaltenden Flut von Akten der deutschen Gesetzgebung und Rechtsprechung nicht zufriedenstellend gelöst sind. Auf die Frage, ob nur die biologische Abstammung oder nur die soziale Wirklichkeit Rechtswirkungen hervorrufen soll, gibt es ihrer Ansicht nach keine einzig gültige Antwort. Vielmehr kommt es auf den Einzelfall und auf das Wohl des Kuckuckskindes an. Die Autorin fordert daher flexible Regelungen: Das Gesetz sollte bei einem Kuckuckskind keine «entweder-oder»-Frage stellen, sondern eine «sowohl-als-auch»-Lösung bieten, welche die Möglichkeit des rechtlichen Nebeneinanders zweier Väter und einer Mutter beinhaltet.

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Vorwort

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Die vorliegende Arbeit untersucht die rechtlichen Beziehungen in einer Familie mit Kuckuckskind und bewertet die geltende deutsche Rechtslage im Vergleich mit den entsprechenden Regelungen in den 47 EMRK-Staaten. Ein Kuckuckskind hat (zumindest vorübergehend) zwei Väter, nämlich einen biologischen und einen rechtlichen. Dennoch wird in Deutschland ein rechtliches Nebeneinander von zwei Vätern und einer Mutter von einem zu unflexiblen Abstammungsrecht ausgeschlos- sen. Mit den geltenden Regelungen zur Anfechtung der Vaterschaft versuchen der deutsche Gesetzgeber und die überwiegende Rechtsprechung krampfhaft in einer Zeit stehen zu bleiben, in der die naturwissenschaftlichen Methoden es noch nicht erlaubten, die biologische Vaterschaft zweifelsfrei festzustellen. Dies ist ebenso we- nig interessengerecht wie das bußgeldbewehrte Verbot heimlicher Abstammungs- gutachten. Die Untersuchung der rechtlichen Auswirkungen der Abstammung eines Kuckuckskindes zeigt überdies, dass zwei rechtliche Väter für ein Kuckuckskind lediglich rechtlich vorteilhaft oder neutral wären. Dies gilt in finanzieller Hinsicht (Unterhalts- und Erbrecht) und im täglichen Leben (Namens-, Staatsangehörigkeits-, Sorge- und Umgangsrecht). Mit der Einführung des Umgangsrechts des leiblichen, nicht rechtlichen Vaters in § 1686a BGB hat der Gesetzgeber einen Paradigmenwech- sel vollzogen und gezeigt, dass es für eine Kuckuckskind-Familie flexiblere Lösungen geben kann und muss, so dass es konsequenterweise zu einer Änderung der übrigen Regelungen kommen müsste, die auf ein Kuckuckskind Anwendung finden. Die Arbeit berücksichtigt die bis zum 15.05.2015 veröffentlichte Rechtsprechung und Literatur. Die Verweise auf die vergleichbaren Regelungen im EMRK-Raum sind ganz überwiegend auf demselben Stand – je nach Verfügbarkeit der Gesetzestexte....

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